Handelsblatt

_

Fußball Nationalmannschaft: Klose auf Rekordjagd: "Will endlich einen Titel"

Für Miroslav Klose ist die EM bereits das sechste große Turnier. Ans Aufhören denkt der 34-Jährige noch nicht. Gegen Portugal sitzt er zunächst aber nur auf der Bank.

Klose auf Rekordjagd und hungrig auf den Titel Quelle: SID
Klose auf Rekordjagd und hungrig auf den Titel Quelle: SID

Lwiw (SID) - Am Samstagmorgen gab es für Miroslav Klose das obligatorische Geburtstagsständchen und eine Torte, am Abend wollte er dann seine Mitspieler beschenken - mit Toren. Doch zunächst sitzt der Italien-Legionär von Lazio Rom überraschend nur auf der Bank. Bundestrainer Joachim Löw gibt Mario Gomez den Vorzug.

Anzeige

Doch trotz der recht ungewohnten Rolle hat der Angreifer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auch im Alter von nun 34 Jahren nichts von seinem Elan und seinem Optimismus eingebüßt. Klose befindet sich bei der EM in Polen und der Ukraine weiter auf Rekordjagd, ein Ende ist nicht in Sicht.

Vor dem Auftaktspiel in Lwiw gegen Portugal wollte der erfahrenste Spieler der DFB-Auswahl wieder mal selbst seine Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien nicht ausschließen. Nun soll sogar der FC Barcelona laut Bild-Zeitung Interesse an Klose haben.

"Noch tragen mich meine Beine, noch schleppe ich meinen Kadaver ein bisschen durch", sagte er unlängst scherzhaft. Durchgeschleppt hat er sich in der Tat in den vergangenen Wochen. Erst sorgte im Vorfeld der EM ein Muskelfaserriss im Oberschenkel für eine längere Zwangspause, dann zwickten in der Vorbereitung der Knöchel und der Rücken.

Doch wenn am Abend das Turnier losgeht, ist der Italien-Legionär von Lazio Rom bereit, auch wenn sich Löw zunächst für Gomez entscheidet. "Keiner kennt seinen Körper besser als Miro", sagte Bundestrainer Joachim Löw - und war sich schon vor dem Portugal-Spiel sicher, dass man wieder den Klose sehen werde, "den wir alle kennen".

Das ist der Klose, der im DFB-Trikot Tore am Fließband schießt und anschließend oft einen Salto schlägt. 63 Treffer in 116 Länderspielen waren es vor dem EM-Auftakt. Dem "ewigen" Rekord von Gerd Müller (68 Tore) ist er ganz nahe. "Daran denkt man gar nicht bewusst, aber natürlich wird man immer wieder mit dieser magischen Marke konfrontiert", sagte Klose, betonte aber immer wieder auch, "dass der Rekord von Gerd einmalig ist". Der "Bomber der Nation" habe für seine Treffer nur 62 Länderspiele benötigt.

Wie auch immer. Großen Respekt nötigt die Quote von Klose allemal ab. Doch Tore alleine sind nicht der Antrieb des ballsicheren, dynamischen und kopfballstarken Stürmers. Bei seiner sechsten Turnier-Teilnahme will er sich endlich seinen großen Traum erfüllen. "Ich war zweimal Zweiter und zweimal Dritter, da will man natürlich einen Titel holen", sagte er, "und wir haben in unserer Mannschaft auch die Qualität dafür".

Bei seiner ersten WM 2002 in Japan und Südkorea hatte der damalige Lauterer gleich mit fünf Toren für Furore gesorgt, wurde am Ende aber "nur" Vize-Weltmeister. Vier Jahre später bei der Heim-WM in Deutschland sicherte er sich mit genau so vielen Treffern als bester Torschütze des Turniers sogar den Goldenen Schuh. Platz drei stand unter dem Strich für die deutsche Mannschaft - wie 2010 in Südafrika. Zudem steht noch die Vize-Europameisterschaft 2008 auf Kloses Visitenkarte.

Längst ist der im schlesischen Oppeln geborene Torjäger, der sich gern beim Angeln entspannt, ein unumstrittener Führungsspieler in der DFB-Auwahl. "Miro nimmt die jungen Spieler mit. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", sagte erst am Freitag vor dem Abflug nach Lwiw Löws Assistent Hansi Flick und unterstrich damit noch einmal Kloses Bedeutung.

Auch bei Lazio, wo er noch einen Vertrag bis 2014 besitzt, genießt der frühere Münchner seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer höchste Wertschätzung. Als "Torphänomen" oder "Schreckgespenst" der Abwehrreihen wird er von den Gazetten gewürdigt. Klose selbst sieht sich schon als "halber Italiener". Seine Familie und er fühlten sich in Italien "sehr wohl".

Eine besondere Beziehung hat Klose aber nach wie vor auch zu seinem Geburtsland Polen. "Ich liebe dieses Land genauso wie Deutschland. Meine Familie stammt aus Polen, ich habe hier noch einige Freunde. Es war für mich nie eine Frage, Polen abzustoßen", hatte er vor der EM klargestellt. Ein mögliches Viertelfinale gegen Polen wäre für Klose deshalb etwas ganz Besonderes.

Längst ist der im schlesischen Oppeln geborene Torjäger, der sich gern beim Angeln entspannt, ein unumstrittener Führungsspieler in der DFB-Auwahl. "Miro nimmt die jungen Spieler mit. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", sagte erst am Freitag vor dem Abflug nach Lwiw Löws Assistent Hansi Flick und unterstrich damit noch einmal Kloses Bedeutung.

Auch bei Lazio, wo er noch einen Vertrag bis 2014 besitzt, genießt der frühere Münchner seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer höchste Wertschätzung. Als "Torphänomen" oder "Schreckgespenst" der Abwehrreihen wird er von den Gazetten gewürdigt. Klose selbst sieht sich schon als "halber Italiener". Seine Familie und er fühlten sich in Italien "sehr wohl".

Eine besondere Beziehung hat Klose aber nach wie vor auch zu seinem Geburtsland Polen. "Ich liebe dieses Land genauso wie Deutschland. Meine Familie stammt aus Polen, ich habe hier noch einige Freunde. Es war für mich nie eine Frage, Polen abzustoßen", hatte er vor der EM klargestellt. Ein mögliches Viertelfinale gegen Polen wäre für Klose deshalb etwas ganz Besonderes.

Quelle: SID
  • Die aktuellen Top-Themen
Champions-League-Finale: Fußball's coming home

Fußball's coming home

Schwarz-Gelb gegen Rot-Weiß-Blau: In den letzten Stunden vor Anstoß des deutschen Finals herrscht in London Euphorie. Zehntausende Fans sind in Kauflaune. Ein Trikothändler schließt dennoch sein Geschäft. Eine Reportage.

Der BVB in der Einzelkritik: Fast königliche Borussen

Fast königliche Borussen

Die Dortmunder zeigen im Finale eine ebenbürtige Leistung. Doch es hakt an den Kleinigkeiten: am Zauberfußball, am Tore schießen – und am Quäntchen Glück. Die BVB-Spieler in der Einzelkritik.

Die Bayern in der Einzelkritik: Robben stark, Neuer stärker

Robben stark, Neuer stärker

Der FC Bayern ist Champions-League-Sieger. Der Dank geht an Arjen Robben für das Siegtor – und Manuel Neuer für eine ganze Reihe von starken Paraden. Neuers Vordermänner waren jedoch nicht alles tadellos. Die Noten.