Gastbeitrag: Umstellung der Löhne wird wirksam sein

Gastbeitrag
Drachme als zweite Landeswährung einführen

  • 14

Umstellung der Löhne wird wirksam sein

Die Geschäftsbanken beschaffen ND durch Aufnahme von Refinanzierungskredit bei der griechischen Zentralbank. Hält sie ihre Sätze unter denen der EZB, schafft sie zusätzlichen Anreiz, ND-Kredit bei ihr aufzunehmen. Trotz der Umstellung des Zahlungsverkehrs auf anteilige Zahlung in ND verbleibt Griechenland im Euro-Verbund. Dies wird auch durch die Vorschrift unterstützt, dass jeder Preis zur einen Hälfte in ND gilt, zur anderen Hälfte in Euro.

Entsprechendes gilt für die Löhne und Gehälter. Dem Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands zu stärken, käme es natürlich entgegen, wenn die Lohnverhandlungen und Anstellungsverträge vollständig auf die zweite Landeswährung umgestellt werden könnten. Aber das ließe sich politisch kaum durchsetzen. Tatsächlich wird die Umstellung der Löhne zu 50 Prozent schon sehr wirksam sein

Zur Einführung der ND gehört an und für sich auch eine generelle Teilumstellung der Schulden im Inland. Konkret wären zum Stichtag der ND-Einführung alle monetären Forderungen und Verbindlichkeiten inländischer Finanzierungsinstitute zur Hälfte zum Kurs 1:1 auf ND umzustellen. Würde man aus Gründen einer höheren politischen Akzeptanz etwa die Bankeinlagen der Bevölkerung davon ausnehmen, so müsste man den Banken einen Ausgleich dafür verschaffen, dass ihre inländischen Verbindlichkeiten in höherem Ausmaß als ihre inländischen Aktiva in Euro erhalten werden.

Es versteht sich, dass der Übergang zu einer zweiten Landeswährung eine Reihe technischer Probleme mit sich bringt, wie etwa die Führung paralleler Euro- und ND-Bankkonten für jeden Bürger. Die dafür zu veranschlagenden Transaktionskosten sind aber im Zeitalter computerisierter Kontenverwaltung nicht als hoch zu veranschlagen.

Unser Vorschlag, die ND als eine zweite, gleichberechtigte Landeswährung einzuführen, soll es Griechenland erleichtern, durch einen Kurs größerer Flexibilität den wirtschaftlichen Wiederaufstieg zu erreichen. Aber es geht auch um den politisch-psychologischen Aspekt, dem Land die Rückkehr zur vollen Mitgliedschaft in der Euro-Union sichtbar offenzuhalten. Diese wird allerdings erst möglich werden, wenn das Land einen soliden Wachstumspfad bei annähernd ausgeglichener Zahlungsbilanz erreicht und der flexible ND/Euro-Wechselkurs sich auf stabilem Niveau bewegt.

Die Autoren lehren in Hamburg (Lucke) und Bonn (Neumann) VWL.

Seite 1:

Drachme als zweite Landeswährung einführen

Seite 2:

Umstellung der Löhne wird wirksam sein

Kommentare zu " Gastbeitrag: Drachme als zweite Landeswährung einführen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Fundamentalisten beider Lager - Euro-Untergangspropheten sowie Euro-Fanatiker - können natürlich nichts mit Alternativen anfangen, wie der Author schon richtig schreibt, die Entweder-Oder-Streithähne behindern konstruktive Lösungsvorschläge.

    @Hellas, bei so einem bankrotten Bankenwesen wie Sie es beschreiben, sollten die Griechen vielleicht gleich gänzlich auf Währungen verzichten und mit Fetakäse und Hammelkeulen bezahlen?


    Danke, Herr Thomas Mayer u.a. - ich hoffe Sie finden noch mehr Unterstützung aus der Fachwelt für Ihren Vorschlag.

  • Ja, läuft irre gut in Cuba...

  • Auf dem Papier sieht das alles nett aus, nur wird hier die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht. Die pupt einen Haufen und schert sich einen Dreck drum. Das gibt in den Südländern die Mutter aller Bankruns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%