Handball EM: DHB-Auswahl kämpft sich zurück ins Olympia-Rennen

Handball EM
DHB-Auswahl kämpft sich zurück ins Olympia-Rennen

Die deutschen Handballer haben im Hexenkessel von Nis gegen Mazedonien die Nerven bewahrt und das vorzeitige EM- und Olympia-Aus verhindert. Die Partie stand jedoch bis zuletzt auf des Messers Schneide.
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NisDie ganze Anspannung entlud sich in Jubelschreien und einem Freudentanz: Deutschlands Handballer haben in einer Nervenschlacht das drohende Aus bei der EM in Serbien abgewendet und mit dem ersten Sieg ihre Olympia-Chance gewahrt. Torhüter Silvio Heinevetter sicherte seinem Team am Dienstag mit einem gehaltenen Wurf kurz vor Spielende im Hexenkessel von Nis einen eminent wichtigen 24:23 (12:12)-Erfolg im zum Charaktertest ausgerufenen Begegnung gegen Außenseiter gegen Mazedonien. Den entscheidenden Treffer erzielte Uwe Gensheimer eine Minute vor dem Ende.

Damit kann das Team weiterhin aus eigener Kraft in die Hauptrunde der Europameisterschaft in Serbien einziehen und dort das Ticket für ein olympisches Qualifikationsturnier lösen. Zum Einzug ist die zweite Turnierphase genügt der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Donnerstag (18.15 Uhr/ARD) gegen Rekord-Europameister Schweden ein Punktgewinn.

In dem packenden Krimi vor mehr als 4000 Zuschauern überwiegend aus dem Balkanland warf Lars Kaufmann (6) die meisten deutschen Tore. Oliver Roggisch sah in der 50. Minute nach drei Zeitstrafen Rot.

„Ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen. Denn die Situation, in der wir waren, war alles andere als einfach. Aber heute hat sich die Mannschaft zurückgefightet“, bilanzierte Martin Heuberger dramatische 60 Minuten, nach denen er seinen zweiten Sieg im siebten Spiel als Bundestrainer feiern durfte. Vollends zufrieden aber ist er wegen der fehlenden Konstanz noch nicht. „Für mich ist die Welt noch nicht in Ordnung. Dafür habe ich noch zu wenig Vertrauen in die Mannschaft“, erklärte er. Auch der erfolgreichste deutsche Schütze Kaufmann war erleichtert. „Ich hoffe, das ist ein guter Start ins Turnier jetzt“, sagte der Angreifer.

„Wenn man mit einer Niederlage startet, kann es nur besser werden“, hatte Spielmacher Michael Haaß vor der Partie Zuversicht auf den ersten EM-Sieg unter Heuberger geweckt. Der Göppinger und seine Mitspieler hatten sich auf eine hitzige Atmosphäre vor fanatischen Fans eingestellt. Die Halle war nahezu komplett in mazedonischer Hand. Die Nationalfarben Rot und Gelb dominierten das Bild.

Schon beim Aufwärmen wurde die deutsche Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Zudem stellten die mazedonischen Anhänger ihre Deutschkenntnisse unter Beweis und sangen „Deutschland, Deutschland, auf Wiedersehen“. Bei Entscheidungen der isländischen Referees Leifsson/Palsson gegen ihre Mannschaft zeigten die Anhänger in Rot-Gelb aber auch ihre hässliche Seite: Immer wieder warfen sie Feuerzeuge und andere Gegenstände auf das Spielfeld und provozierten damit Unterbrechungen. „Kompliment an die mazedonischen Fans. 95 Prozent haben Party gemacht und fünf Prozent Feuerzeuge geworfen“, sagte Roggisch.

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Bundestrainer Heuberger wartete mit personeller Überraschung auf

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