Handball Nationalmannschaft: DHB-Team tankt Selbstbewusstsein gegen Tunesien

Handball Nationalmannschaft
DHB-Team tankt Selbstbewusstsein gegen Tunesien

Die deutschen Handballer haben im letzten WM-Gruppenspiel gegen Tunesien mit 36:26 gewonnen und somit Selbstvertrauen für die Hauptrunde getankt.
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Die deutschen Handballer haben sich den Frust von der Seele geworfen und das erste Vorrunden-Aus bei einer WM seit 37 Jahren abgewendet. 24 Stunden nach dem Debakel von Kristianstad zog die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand durch ein 36:26 (15:12) im "Gruppen-Finale" gegen Afrikameister Tunesien in die Hauptrunde ein. "Dieser Sieg ist viel wert. Wir haben super gekämpft, das war eine überzeugende Leistung", sagte der überragende Torhüter Johannes Bitter.Der Weltmeister von 2007 untermauerte mit 6:4 Punkten den dritten Platz der Gruppe A und konnte zumindest zeitweise Wiedergutmachung für die Pleite gegen Frankreich (23:30) vom Vortag betreiben. Allerdings startet die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) punktlos in die nächste Turnierphase, da sie in der Vorrunde auch gegen Spanien (24:26) verloren hatte. "Natürlich haben wir uns diese Ausgangslage nicht erträumt, aber wir werden sehen, was noch zu machen ist", sagte Brand und meinte: "Wir kämpfen jetzt für Olympia.". Hens und Preiß beste WerferVor 3050 Zuschauern waren gegen die Tunesier Pascal Hens (6 Tore/HSV Hamburg) und Sebastian Preiß (5/TBV Lemgo) die besten deutschen Werfer. In der am Samstag beginnenden Hauptrunde sind im schwedischen Jönköping der Olympiazweite Island sowie Ungarn und Norwegen die Gegner. Die DHB-Sieben hat bei ihrer "Mission Impossible" nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen des Halbfinals, darf aber zumindest weiter von der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 träumen. Um eine realistische Chance auf London zu wahren, ist aber mindestens WM-Platz sieben nötig. Einen Tag nach der Schmach gegen Frankreich und der folgenden nächtlichen Krisensitzung im Mannschaftshotel wussten die Spieler, was die Stunde geschlagen hatte. Bereits vor dem Warmmachen bildeten sie einen Kreis und schworen sich auf das "Finale" gegen Tunesien ein. Garant für den Sieg: Johannes BitterDoch nach einem guten Beginn (6:3/8.) verlor die deutsche Equipe erneut den Faden und lag nach sieben Minuten ohne eigenen Treffer mit 6:8 (15.) zurück. Gegen die offensive Deckung der Nordafrikaner fanden Kapitän Pascal Hens und Co. zunächst kein Mittel. In dieser Phase war es Keeper Johannes Bitter zu verdanken, dass der Rückstand nicht größer wurde. Der Hamburger, der den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter erhielt, kam allein in der ersten Halbzeit zu elf Paraden (1 Siebenmeter). Erst nach der Umstellung der eigenen Abwehr auf ein 5:1-System bekam das Brand-Team mehr Sicherheit. Die Vorentscheidung fiel, als der Favorit sich dank etlicher Tempogegenstöße bis zur 42. Minute eine Sieben-Tore-Führung (23:16) erarbeiten konnte. Zuletzt hatte die DHB-Auswahl 1974 bei einer WM die Hauptrunde verpasst. DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier hatte am Mittwochabend wenige Stunden nach der Pleite gegen Frankreich eine Ansprache gehalten und den Spielern die Tragweite eines vorzeitigen Scheiterns erläutert. Bei einer Teamsitzung sprachen dann die Akteure Tacheles. Bitter: "Es gab ein paar Sachen anzusprechen, die nicht funktioniert habe."Auch die französische Presse hatte am Tag danach nur Spott für den Ex-Weltmeister übrig: "Deutschland hat nicht existiert", schrieb die Sporttageszeitung L'Equipe. Nach Rang zehn bei der EM 2010 in Österreich droht in Schweden nach einer enttäuschenden Vorrunde die nächste große Ernüchterung. In der Hauptrunde steht für den Europameister von 2004 trotz der geplatzten Medaillenträume eine Menge auf dem Spiel. Mindestens der vierte Rang in der Hauptrundengruppe I muss erreicht werden, damit die Olympia-Chance gewahrt wird. Während sich nur der Weltmeister direkt für die Sommerspiele im nächsten Jahr qualifiziert, garantieren die WM-Plätze zwei bis sieben immerhin die Teilnahme an den insgesamt drei Olympia-Qualifikationsturnieren im April 2012. Als Gastgeber fungieren der WM-Zweite, -Dritte und -Vierte. Dort treten dann zwölf Mannschaften an, die um insgesamt sechs freie Plätze für London kämpfen. Sollte die Turnierteilnahme verpasst werden, gibt es nur noch eine Möglichkeit, sich den olympischen Traum zu erfüllen: Der Titelgewinn bei der EM 2012 in Serbien.

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