Handball Nationalmannschaft: Ex-Weltmeister schlagen nach WM-Debakel Alarm

Handball Nationalmannschaft
Ex-Weltmeister schlagen nach WM-Debakel Alarm

Hinter der Zukunft von Handball-Bundestrainer Heiner Brand steht nach der schwachen WM weiterhin ein großes Fragezeichen. Nun melden sich auch zwei Ex-Weltmeister zu Wort.
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Die Entscheidung über die Zukunft von Heiner Brand als Handball-Bundestrainer droht zur Hängepartie zu werden. Doch während Verband und Bundesliga-Klubs noch über das Ergebnis rätseln, schlagen drei frühere Weltmeister nach dem WM-Debakel in Schweden Alarm. Einen radikalen Umbruch fordert Erhard Wunderlich. Der Jahrhunderthandballer hat die Führungsspitze des Deutschen Handball-Bundes (DHB) um Präsident Ulrich Strombach zum Rücktritt aufgefordert. "Die DHB-Führung war mitverantwortlich für das Desaster. Sie muss sich angreifen lassen und den Hut nehmen", sagte der 54-jährige Wunderlich am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der Weltmeister von 1978 wirft der Verbandsspitze grobe Versäumnisse in Sachen Jugendförderung vor. "Diese Herren haben es verpasst, Weichenstellungen vorzunehmen. Und das schon vor zehn Jahren", sagte Wunderlich. Klühspies rechnet mit Rücktritt von Brand Der einstige Weltmeister Kurt Klühspies rechnet nach der WM-Schmach mit dem Rücktritt seines besten Kumpels Brand. "Ich befürchte, dass Heiner die Nase voll hat und wir bald einen neuen Bundestrainer sehen werden", sagte der frühere Weltklasse-Rückraumspieler Klühspies dem Internetportal www.t-online.de. Als Grund nannte der 58-Jährige die Endlosdiskussion zwischen Brand und den Bundesliga-Klubs um die Spielanteile deutscher Akteure. "Es geht ja nicht nur um die Vorfälle in den letzten zwei Wochen. Seit Jahren fordert Heiner Veränderungen von der Liga, passiert ist so gut wie gar nichts", sagte Klühspies weiter. Die Handball-Bundesliga (HBL) hatte dem DHB nach dem enttäuschenden elften WM-Platz und der damit verpassten Teilnahme am olympische Qualifikationsturnier die Gründung einer "Task Force Nationalmannschaft" vorgeschlagen. "Wir haben aber noch keine Rückmeldung des Verbandes", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID). Krisengipfel zunächst ohne die Liga Beim ersten Krisengipfel am Montag oder Dienstag mit Brand, DHB-Präsident Ulrich Strombach und Vize Horst Bredemeier in Gummersbach wird die Liga noch nicht mit am Tisch sitzen. Bohmann: "Allerdings treffen wir uns am Mittwoch mit dem DHB zu Gesprächen über den Grundlagenvertrag. Da werden wir auch über die andere Sache sprechen." Weltmeister-Trainer Vlado Stenzel sieht nach dem enttäuschenden elften WM-Platz in Schweden großen Handlungsbedarf in Reihen der Klubs. "Die Vereine stehen in der Pflicht. Es muss auch schon gute Trainer im Nachwuchsbereich geben. Jeder Bundesligist müsste verpflichtet sein, mindestens eine Junioren- und Jugendmannschaft zu haben. In Kroatien ist das so", sagte Stenzel dem SID. Der "Magier", der die deutsche Mannschaft um Brand und Klühspies 1978 zum WM-Titel geführt hatte, fordert alle Parteien auf, sich an einen Tisch zu setzen und Tacheles zu reden. Stenzel: "Auch die Bundesliga-Trainer müssen dabei sein. Alle zusammen müssen helfen. Sonst ist die Gefahr groß, dass der Handball in der Versenkung verschwindet." Der 76-Jährige hat deshalb einen offenen Brief an Brand geschrieben und darin seine Lösungsansätze präsentiert. Vom Bundestrainer wünscht sich Stenzel, dass er dem Handball erhalten bleibt - egal, ob als Coach oder Sportdirektor. "Die Liga wird sich deutlich bewegen müssen" Nach Meinung von Klühspies sind bei den anstehenden Diskussionen mit den Funktionären sehr deutliche Worte zu erwarten: "Heiner wird mit klaren Vorstellungen in die Gespräche mit dem DHB-Präsidium gehen. Da wird er ganz klare Forderungen an den Verband, aber vor allem auch an die Liga stellen. Die Liga wird sich deutlich bewegen müssen. Sonst, so sagt es mir mein Bauchgefühl, zieht Heiner den Schlussstrich", meinte der frühere Aufbauspieler des TV Großwallstadt. Die Entscheidung über die Zukunft von Brand fällt in diesen Tagen. "Derzeit gibt es noch keinen Termin für das Gespräch. Es ist wahrscheinlich, dass wir uns erst am Dienstag zusammensetzen. Oder am späteren Montagabend", sagte Bredemeier am Montagmittag dem SID: "Es ist auch alles nicht mehr so brandheiß wie noch vor ein paar Tagen."

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