Handball WM: Deutsche Handballer als Außenseiter in die WM

Handball WM
Deutsche Handballer als Außenseiter in die WM

Die deutschen Handballer gehen als Außenseiter in die heute in Schweden startende WM. In ihrem Auftaktspiel trifft das Team von Bundestrainer Heiner Brand am Freitag auf Ägypten.
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Der Titelgewinn ist utopisch, das erhoffte Halbfinale nur im Optimalfall erreichbar, und selbst ein Aus in der Vorrunde nicht ausgeschlossen: Angesichts der starken Vorrundengegner, der durchwachsenen Vorbereitung und des schwachen Abschneidens bei der EM vor einem Jahr gehen die deutschen Handballer als Außenseiter in die Weltmeisterschaft in Schweden.Aber obwohl die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) bereits in ihrem ersten Spiel in Lund am Freitag mächtig unter Druck steht, blickt Kapitän Pascal Hens dem Turnier optimistisch entgegen. "Wir wollen ganz Handball-Deutschland zeigen, dass wir die Großen ärgern und schlagen können", sagt der Rückraumspieler vom Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg.Nach den vom früheren deutschen Nationalspieler Jörn-Uwe Lommel betreuten Ägyptern warten in Titelverteidiger Frankreich und Ex-Weltmeister Spanien zwei ganz dicke Brocken auf den EM-Zehnten. Hinzu kommen der starke Afrikameister Tunesien und Außenseiter Bahrain."Ägypten und Tunesien sind zwei unangenehme Gegner. Über die Qualitäten der Spanier und Franzosen brauchen wir nicht zu reden. Gegen Bahrain müssen wir gewinnen. Wir haben also vier Endspiele. Wir müssen bissig und voll konzentriert sein und wollen gegen jeden Gegner gewinnen. Danach sehen wir weiter", sagt Bundestrainer Heiner Brand. Sein Team muss in der Gruppe mindestens Platz drei belegen, um in die Hauptrunde einzuziehen.Sollte die DHB-Auswahl in der Vorrunde scheitern, wäre auch der Traum von der Olympia-Teilnahme 2012 in London so gut wie geplatzt. Nur der Weltmeister von Schweden löst direkt das Olympia-Ticket, die Mannschaften auf den Rängen zwei bis sieben nehmen in der Folge an verschiedenen Qualifikationsturnieren teil, hinzu kommt noch der Europameister 2012. "Daran denken wir jetzt erstmal nicht. Wir konzentrieren uns voll auf die Vorrunde. Wir haben seit der EM einen Schritt nach vorne gemacht", sagt Michael Kraus, der zuletzt stark ansteigende Form bewies und bester Feldspieler (20 Tore) in den drei Vorbereitungsspielen war.Einem Sieg gegen WM-Gastgeber Schweden standen zwei Niederlagen beim Olympiazweiten Island gegenüber. "Man kann nur Erfolg haben, wenn mit Leidenschaft und voller Konzentration gespielt wird, vor allem in der Abwehr", sagt Brand, der überraschend Routinier Torsten Jansen aussortiert hat und daher nur noch mit zehn Weltmeistern von 2007 ins Turnier startet.Glandorf besteht HärtetestErstmals seit der EM 2002, als Deutschland erst im Finale Gastgeber Schweden unglücklich unterlag, geht Brand ohne Verletzungssorgen in ein Großereignis. Zuletzt bestand auch der Mitte Dezember am Knie operierte Linkshänder Holger Glandorf den Härtetest auf Island. Der Rückraumspieler genoss am Mittwoch ebenso wie seine Kollegen den freien Tag beim Heimaturlaub, bevor sich die Mannschaft am Donnerstag in Kopenhagen zur Anreise nach Südschweden trifft.Damit hat der Bundestrainer die Qual der Wahl - im personellen und taktischen Bereich. In der Vorbereitung ließ Brand die offensivere 5:1-Deckung testen, bei der WM setzt er in erster Linie aber auf die 6:0-Abwehr: "Wir haben überwiegend Spieler, die in ihren Vereinen eine 6:0-Deckung spielen. Aber die 5:1-Deckung ist eine gute Alternative. Wenn man seine Abwehrformation allerdings ständig wechselt, ist das ein Zeichen von Schwäche."Olympiasieger Frankreich startet trotz des verletzungsbedingten Ausfalls des Kieler Topstars Daniel Narcisse als großer Favorit ins Turnier, das am heutigen Donnerstag mit dem Spiel zwischen Gastgeber Schweden und Chile in Göteborg eröffnet wird. Dahinter machen sich in erster Linie Polen, Dänemark, Kroatien, Spanien und Island Hoffnungen auf den ganz großen Wurf.

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