Handball WM
Deutsche Handballer feiern Auftakt nach Maß

Die deutschen Handballer haben zum Auftakt der WM in Schweden ihre Pflichtaufgabe gegen Ägypten erfüllt. Vor allem Debütant Uwe Gensheimer glänzte beim 30:25-Erfolg des DHB-Teams.
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Debütant Uwe Gensheimer hat die deutschen Handballer zu einem WM-Start nach Maß geführt und die Nerven von Bundestrainer Heiner Brand beruhigt. Mit neun Toren sicherte der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen dem Weltmeister von 2007 einen 30:25 (15:12)-Sieg gegen Ägypten. "Ich hatte vor dem Spiel einige Bedenken, doch die hat die Mannschaft schnell zerstreut", sagte Brand, nachdem sein Team nach nervösem Beginn eine beeindruckende Serie fortgesetzt hatte: Seit 37 Jahren ist die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in WM-Auftaktspielen ungeschlagen. "Durch den Sieg haben wir uns Sicherheit geholt", stellte Matchwinner Gensheimer, der in Schweden seine erste Weltmeisterschaft bestreitet, fest. "Wichtig war, dass die Deckung gut gestanden hat. So konnte ich die Gegenstöße laufen." Der 24-Jährige hatte - anders als der eine oder andere Teamkollege - seine Nerven im Griff und verbuchte nicht einen einzigen Fehlwurf. Durch den 22. Erfolg im 30. Spiel (7 Niederlagen) gegen die vom ehemaligen deutschen Nationalspieler Jörn-Uwe Lommel trainierten Ägypter verschaffte sich die DHB-Auswahl in der Hammergruppe A eine gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf. Nächster Gegner am Sonntag ist in Kristianstad Außenseiter Bahrain. Danach warten mit Ex-Weltmeister Spanien, Titelverteidiger Frankreich und Afrikameister Tunesien aber noch ganz dicke Brocken. Nur die ersten drei Teams ziehen in die Hauptrunde ein. Brand: "Konzentriertes Spiel" "Von den letzten fünf Minuten abgesehen haben wir insgesamt ein sehr konzentriertes Spiel gezeigt", stellte Brand zufrieden fest: "Wir haben die Ägypter schlechter aussehen lassen, als sie tatsächlich sind." Kapitän Pascal Hens hakte den gelungenen Auftakt als "Pflichtsieg" ab, "jeder war heiß und voll motiviert. Obwohl wir einige Fehler gemacht haben, hatte ich nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten." Vor rund 2000 Zuschauern erwischte die deutsche Mannschaft zwar einen guten Start und lag durch zwei Gensheimer-Tore schnell mit 2:0 in Führung, doch in der Folge war den Spielern besonders im Angriff die Nervosität anzumerken. Einige Angriffe wurden gegen die offensive Abwehr der Afrikaner zu überhastet abgeschlossen, zudem gab es einige technische Fehler und Ballverluste. So kam der Zweite der Afrikameisterschaft nach zwölf Minuten zum Ausgleich (5:5). Doch dank einer ordentlichen Leistung in der 6:0-Abwehr, eines guten Berliner Torhüters Silvio Heinevetter und Gensheimer zog der Weltmeister von 2007 wieder davon. Mit drei Toren in Folge warf Gensheimer eine 8:5-Führung heraus (15.). Das Spiel der deutschen Mannschaft gewann in der Folge etwas mehr an Sicherheit, zudem leisteten sich auch die Ägypter im Angriff leichte Ballverluste und Fehlwürfe. Beim 11:7 (22.) betrug der Vorsprung des EM-Zehnten erstmals vier Tore. DHB-Team in Halbzeit zwei ohne Probleme In der zweiten Halbzeit hatte die DHB-Auswahl das Spiel im Griff, ohne dabei fehlerlos zu agieren. Für den ersten Fünf-Tore-Vorsprung sorgte beim 20:15 erneut Gensheimer in der 40. Minute. Als der extra dafür eingewechselte Torhüter Johannes Bitter (HSV Hamburg) einen Siebenmeter hielt und sein Teamkollege Michael Kraus im Gegenzug zum 21:15 traf, war eine Vorentscheidung gefallen. Brand gab jetzt auch den Akteuren von der Bank Spielpraxis. Um im weiteren Turnierverlauf nach dem guten Auftakt eine gute Rolle zu spielen, muss sich die Brand-Truppe aber weiter steigern. Die deutsche Mannschaft war am Freitagmorgen von ihrem Hotel in Kristianstad ins 80 Kilometer entfernte Lund gereist und hatte dort eine Tagesunterkunft bezogen. Zuvor hatte Brand beim Weltverband IHF sein 15 Spieler umfassendes Aufgebot für die Vorrunde gemeldet. Dabei strich er Rechtsaußen Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) und Torhüter Carsten Lichtlein (TBV Lemgo) aus dem Kader. Er kann aber jederzeit einen Spieler nachnominieren, falls sich im weiteren Turnierverlauf ein Akteur verletzen sollte. Brand hatte vor dem WM-Start erstmals seit neun Jahren keinen verletzten Spieler zu beklagen.

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