Handball WM
Sieg gegen Ägypten eine Pflichtaufgabe

Mit einem Sieg im ersten Spiel gegen Ägypten wollen die deutschen Handballer den Grundstein für eine erfolgreiche WM legen. Ziel des DHB-Teams ist der Einzug in die Hauptrunde.
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Auftakt nach Maß oder peinlicher Fehlstart: Die deutschen Handballer stehen bei der WM in Schweden in ihrer Hammergruppe schon im ersten Spiel gegen Ägypten mächtig unter Druck. Mit einem Sieg will die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand die Weichen für einen erfolgreichen Turnierverlauf stellen, eine Niederlage wäre eine ganz schwere Hypothek auf dem Weg in die Hauptrunde."Wenn man mit einem Erfolg gegen Ägypten startet, kann das für den weiteren Verlauf beflügeln. Wir wollen mit Spaß agieren und den Druck nicht zu groß werden lassen", sagte Kapitän Pascal Hens vor dem Duell mit den Afrikanern heute(18.15 Uhr/ARD) in Lund.Sieg gegen Ägypten ist PflichtAngesichts der dicken Brocken im weiteren Vorrundenverlauf ist ein Sieg gegen die vom ehemaligen deutschen Nationalspieler Jörn-Uwe Lommel betreuten Ägypter Pflicht. Selbstvertrauen sollte ein Blick in die Vergangenheit geben: Seit den Titelkämpfen 1974 in der DDR ist Deutschland in einem WM-Eröffnungsspiel unbesiegt.Brand warnt aber davor, den Zweiten der Afrikameisterschaft auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ägypten ist sehr schwer auszurechnen. Dort haben personell einige Veränderungen stattgefunden. Sie werden aggressiv auftreten und versuchen, unser Angriffsspiel zu stören", sagte Brand und forderte im Gegensatz zu den beiden Niederlagen in der Vorbereitung beim Olympiazweiten Island volle Konzentration über 60 Minuten: "Wir dürfen uns keine Schwächephasen erlauben."Erste Trainingseinheiten in KristianstadBrand und sein Team trafen nach einem freien Tag in der Heimat am Donnerstag in Kristianstad bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt ein. Im Anschluss folgte eine lockere Trainingseinheit, am Abend stand noch ein intensives Videostudium des ersten Gegners auf em Programm. Bei der Busfahrt von Kopenhagen nach Südschweden stimmte sich das Team mit dem Film "Projekt Gold" vom Titelgewinn 2007 auf die WM ein.In Kristianstad bestreitet die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) die weiteren vier Vorrundenspiele gegen Titelverteidiger Frankreich, Ex-Weltmeister Spanien, Afrikameister Tunesien und Außenseiter Bahrain. Lichtlein muss zuschauenVor dem Auftaktspiel traf Brand noch eine weitere Personalentscheidung. Er strich Torhüter Carsten Lichtlein (Lemgo) aus seinem 16er-Kader. Brand wird mit den Schlussleuten Johannes Bitter (HSV Hamburg) und Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) in die Vorrunde gehen. Der Bundestrainer kann allerdings jederzeit im Turnierverlauf zwei Spieler austauschen. Sollte sich ein Torhüter verletzen, könnte er Lichtlein sofort nachnominieren. Brand und seine Spieler wollen nach dem zehnten Rang bei der EM 2010 in Österreich Wiedergutmachung betreiben. Dabei haben sie auch schon die Olympischen Spiele 2012 in London im Hinterkopf. Nur der Weltmeister ist direkt qualifiziert, die Plätze zwei bis sieben berechtigen zur Teilnahme an einem der Qualifikationsturniere. Michael Kraus, der zuletzt wieder ansteigende Form bewies, will von solchen Rechenspielen aber nichts wissen. "Wir gehen mit der Auffassung ins Turnier, dass man alles erreichen kann", sagte der Hamburger Spielmacher. Aggressiv in der Abwehr, die notwendige Ruhe im Angriff - so will man Ägypten schlagen. Doch auch die Afrikaner, die mit dem deutschen Team in einem Hotel wohnen, rechnen sich Chancen aus. "Im ersten Spiel eines Turniers hat es der Außenseiter vielleicht etwas einfacher. Auf ihm lastet weniger Druck", sagte der 52-jährige Lommel.Im Gegensatz zu Heiner Brand, der mit seinem Team erst am 2. Januar in die Vorbereitung gestartet ist, bereitet Lommel seine junge Mannschaft seit November auf den Saisonhöhepunkt vor.

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