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25.04.2005 
Schweizer Institute sprechen von „gefundenem Fressen“ – Deutsche Häuser reagieren

Wo das Bankgeheimnis noch was wert ist

von Oliver Stock

Die aus- und inländische Kreditwirtschaft wirbt seit dem Ende der Steueramnestie verstärkt um deutsche Kunden. Vor allem Schweizer Bankiers weisen in Beratungsgesprächen auf die verbesserten Zugriffsmöglichkeiten der deutschen Finanzbehörden auf die Konten hin, die das „Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit“ seit Anfang April einräumt (siehe „Zahlen über Kontoabfragen umstritten“).

Der Staat schnüffelt vermehrt nach Konten. Foto: dpaLupe

Der Staat schnüffelt vermehrt nach Konten. Foto: dpa

ZÜRICH. Von der Schweizer Großbank UBS bis zur Basler Bank Sarasin haben Institute des Nachbarlandes bereits entschieden, sich stärker in Deutschland zu engagieren und den Kunden die Vorteile des Schweizer Bankensystems zu offerieren. Sarasin hofft, bereits im Mai die Banklizenz für Deutschland zu bekommen. Umgekehrt gründen die ersten deutschen Banken Filialen im Ausland, um eine ähnliche Klientel zu bedienen.

Eine Entwicklung wie in Deutschland sei in der Schweiz undenkbar, kommentiert Thomas Sutter, Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung die Regelung. Nachteilig sei dieses Urteil für die Schweizer sicher nicht, stellt er fest. Im Gegenteil: Als „gefundenes Fressen für ausländische Banken“ bezeichnet Eric Syz, Mitinhaber der gleichnamigen Genfer Privatbank die deutsche Regelung. Syz verwaltet ein Kundenvermögen von sechs Mrd. Euro, das zu einem nicht geringen Teil aus Deutschland stammt.

Manfred Wergen, bei der Zürcher Bank Leu für das Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Deutschland zuständig, sieht den gleichen Effekt: Es bestehe eine Unsicherheit bei deutschen Kunden, die ein großes Vermögen besitzen. „Wenn sich das Gesetz zur Steuerehrlichkeit konkretisiert, werden sich unter Umständen viele dazu entschließen, ihr Vermögen im Ausland betreuen zu lassen.“ Zurzeit steht eine endgültige richterliche Entscheidung, ob die Regelung dauerhaft durchgesetzt werden kann, noch aus. Noch mehr Geld würde fließen, wenn „der deutsche Kunde so mobil wäre wie andere Europäer“, bemerkt Syz.

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