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21.08.2008 

Trotz Regen wuchtet Abakumova ihren Speer im vierten Versuch auf 70,78 Meter - raubt Obergföll den Europarekord. Der Wettkampf droht jetzt ein Zweikampf zu werden, wenngleich ohne die Deutsche. Noch einmal postiert sich Obergföll an ihrer Anlaufmarke. Sie will die Zuschauer zum Klatschen bewegen, aber die interessieren sich längst für die 4x100-Meter-Staffeln. Zum ersten Mal schreit sie sich an ("Wenn man schreit, geht es manchmal weiter"). Aber wieder vergisst sie die Speerspitze. Der Wurf ist wieder ungültig, dennoch gewinnt sie Bronze. Dann wirft Stopakowa im letzten Versuch 71,42 Meter, 28 Zentimeter fehlen ihr zum Weltrekord. Und weil Abakumowa nicht mehr kontern kann, ist sie Olympiasiegerin.

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Obergföll sagt, sie freue sich für die Tschechin. Sie sei sehr freundlich, und mit der Russin habe sie noch nie ein Wort gewechselt. Dass sie von Abakumowas Weite überrascht sei, will sie nicht falsch verstanden wissen. Schließlich hatte sie sich bei der WM 2005 um sechs Meter verbessert und wurde plötzlich des Dopings verdächtigt. Dann versucht sie sich über Bronze zu freuen: "Ich wollte eine Medaille, und jetzt habe ich eine."

Die überreichten ihr zwei deutsche Funktionäre, IOC-Vize Thomas Bach und Helmut Digel, Mitglied des Weltverbandes. Digel, der schon eine "nationale Katastrophe" für den Fall angekündigt hatte, dass die deutschen Leichtathleten keine Medaille gewännen. Zwei sollten es mindestens werden, und weil die Zehnkämpfer Michael Schrader und Andre Niklaus nach dem ersten Tag auf den Plätzen acht und 16 kaum noch Chancen auf Edelmetall haben, weil sich die Stabhochspringer Danny Ecker und Raphael Holzdeppe schon bei der Qualifikation mühten, "müssen wir jetzt Ariane Friedrich die Daumen drücken", sagte DLV-Chef Clemens Prokop.

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Die Hochspringerin soll verhindern, dass die Bilanz so schlecht ausfällt wie seit 104 Jahren nicht mehr. In dieser Saison ist sie 2,03 Meter gesprungen. Dies ist allerdings auch zwei Russinnen gelungen. Und Gold scheint für die Kroatin Blanka Vlasic (2,06) reserviert. Wenn es schlecht läuft, bleibt es also bei Obergfölls Bronze. Allerdings wäre da noch die unverhoffte Chance der deutschen Sprintstaffeln, die sich gestern sensationell für die Finals qualifizierten. Weil elf Nationen entweder ihren Stab haben fallen lassen oder diesen zu spät wechselten.

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