InfografikGlobaler Waffenhandel

Die größten Waffenlieferanten der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika, gefolgt von Russland, Deutschland, Frankreich und China. All diese Länder besitzen hochentwickelte Rüstungsbetriebe und stehen im gegenseitigen Konkurrenzkampf bei der Entwicklung neuer und wirkungsvollerer Waffensysteme. Klicken Sie auf die Länder, um sich einen Überblick über die größten Waffen Exporteure und Importeure zu verschaffen.

Waffenhandel
USA

Die USA sind nach wie vor der größte Exporteur von Rüstungsgütern der Welt. 30 Prozent der weltweit gehandelten Waffen kommen aus den Vereinigten Staaten. Fast die Hälfte (45%) der Waffen wurden in der vergangenen Fünf-Jahres-Periode von 2008 bis 2012 nach Asien und Ozeanien geliefert. Der Nahe Osten bekam 27 Prozent, Europa 18.

Der größte Exportschlager sind Kampfflugzeuge, besonders der F-35 wird in Zukunft verkauft werden.
Irak und Afghanistan bekamen jeweils vier Prozent der US-Exporte geliefert. Irak importierte, auch im Zuge des amerikanische Rückzugs, unter anderem gebrauchte Panzer und mindestens 36 F-16-Flugzeuge. Afghanistan erhielt vor allem leichtgepanzerte Fahrzeuge.

Russland

Russland trägt mit 26 Prozent fast so viel zum weltweiten Waffenhandel bei wie USA. Hauptsächlich exportiert das Land Flugzeuge und Helikopter (46 Prozent) und Raketen (20 Prozent).
Hauptabnehmer sind Länder in Asien und Ozeanien (65 Prozent). Nach Afrika gehen 17 Prozent der Exporte, der Nahe Osten steht mit neun Prozent an dritter Stelle. Russland hat viel zur Aufrüstung in Südostasien beigetragen und unter anderem Flugzeuge des Typs Su-30MK and Su-27S sowie verschiedene Raketen nach Indonesien, Malaysia und Vietnam geliefert – Lieferungen für die kommenden Jahre sind schon bestellt. Ein Exportschlager ist der Helikopter Mi-17. Russland verkaufte in den vergangenen fünf Jahren 343 Stück in 26 Länder.

Deutschland

Deutschland steht an dritter Stelle der weltweiten Waffenexporteure und trägt sieben Prozent zum globalen Handel bei. In den vergangenen fünf Jahren sanken die deutschen Waffenexporte um acht Prozent. Dennoch schlossen deutsche Rüstungshersteller mehrere große Geschäfte ab.

35 Prozent der deutschen Waffen gehen an andere europäische Länder, immerhin noch 31 Prozent nach Asien und Ozeanien. Der nahe Osten erhielt 14 Prozent der deutschen Rüstungsexporte. Einige Verhandlungen, zum Beispiel der mögliche Verkauf von 600 bis 800 Leopard-2A7-Panzern nach Saudi-Arabien sorgten für intensive politische Diskussion im Inland – anders als zum Beispiel in Frankreich.

Frankreich

Frankreich steht mit sechs Prozent der weltweiten Rüstungsexporte knapp hinter Deutschland auf Platz vier der größten Waffenverkäufer. Ähnlich wie in Deutschland sind auch hier die Exporte in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Gleichzeitig gab es mehrere große Geschäfte mit schwerem Geschütz, von denen viele Ende 2012 noch nicht ausgeliefert waren, woraus zu schließen ist, dass der Rückgang wieder umgekehrt werden könnte. Unter anderem werden in naher Zukunft zehn U-Boote nach Brasilien geliefert und 175 Kampfflugzeuge nach Indien. Auch in den Nahen Osten (elf Prozent) und nach Nordafrika (zwölf Prozent) liefert Frankreich. Saudi-Arabien zum Beispiel erwartet noch ein umfangreiches Arsenal an gepanzerten Fahrzeugen, Lenkraketen und Artilleriegeschützen.

China

Dass China in der Liste der fünf größten Waffenexporteure auftaucht ist die erste Veränderung in dieser Liste seit 20 Jahren. Damit ist es auch der einzige Staat, der sowohl zu den größten Lieferanten als auch zu den wichtigsten Importeuren gehört.
In den vergangenen fünf Jahren ist der chinesische Rüstungsexport um 162 Prozent gestiegen, damit ist das Land nun für fünf Prozent des weltweiten Handels verantwortlich. Auch chinesische Produkte gehen überwiegend nach Asien und Ozeanien (74 Prozent), nach Afrika 13 Prozent. Jüngst abgeschlossene Geschäfte deuten darauf hin, dass Chinas Bedeutung als Waffenexporteur auch weiterhin wachsen wird. Venezuela erhielt acht Transportflugzeuge des Typs Y-8 und es wurde bekannt, dass schon vor zwei Jahren 54 chinesische 90-2-Panzer nach Marokko geliefert wurden.

Obwohl China mit seinen rasant wachsenden Waffenexporten gezeigt hat, dass es zunehmend weniger abhängig von ausländischem Geschütz ist, ist die Volksrepublik auch weiterhin ein wichtiger Abnehmer. In den vergangenen fünf Jahren sind die Importe um 47 Prozent gefallen und damit ist das Land vom größten zum zweitgrößten Waffenimporteur der Welt geworden. China kauft sechs Prozent der weltweit gelieferten Waffen. 2012 wurden zum Bespiel 55 Mi-77 Transport-Helikopter aus Russland bestellt. Auch haben viele chinesisch Waffen importierte Komponenten: Der erste chinesische Flugzeugträger basiert auf einem ukrainischen Modell und auf Lieferungen von dort. Die wichtigsten chinesischb Kampfflugzeuge, J-10 und J-11 haben russische Motoren.

Indien

Indien ist der wichtigste Waffenimporteur der vergangenen Jahre, die Nachfrage ist um mehr als 50 Prozent gestiegen. Zwölf Prozent der weltweit gehandelten Rüstungsgüter gehen damit in den Subkontinent. Vor allem die Langstreckenkapazitäten hat Indien verstärkt, indem es unter anderem mehr als 100 Su-30MKI Kampfflugzeuge, das erste von acht P-8I ASW-Flugzeugen und ein Atom-U-Boot aus Russland gekauft hat.

Pakistan

Pakistan importiert fünf Prozent der weltweit verkauften Waffen und ist damit auf Platz drei. Die Hälfte der Rüstungsgüter kommt aus China, ein Drittel aus den USA. Vor allem an Drohnen hat Pakistan Interesse gezeigt und mit 70 unbemannten Aufklärungsflugzeugen einen beträchtlichen Teil der in den vergangenen Jahren produzierten Drohnen gekauft. Mannigfaltige Bestellungen und Geschäfte mit China deuten darauf hin, dass auch weiterhin der größte Teil der Pakistanischen Waffen aus der Volksrepublik kommen wird.

Südkorea

Südkorea ist der viertgrößte Waffenimporteur der vergangenen Jahre. Fünf Prozent des Geschäfts entfallen auf den Staat. Die Importe sind eng verbunden mit dem ständig schwelenden Konflikt mit Nordkorea und dem erfolgreichen Raketen- und Nukleartest des Regimes.
Zwar importiert Südkorea auch fertige Waffensysteme, wie F-15K-Kampfflugzeuge aus den USA. Seoul konzentriert sich aber zunehmend auf Lizenzprodukte oder selbstgefertigte Waffen mit ausländischen Komponenten, wie zum Beispiel deutsche Motoren für Panzer des Typs K-2. So will Südkorea nicht nur den eigenen Bedarf an Waffen decken sondern auch vermehrt exportieren.

Singapur

Mit Singapur als fünftgrößtem Waffenimporteur der Welt kommen alle Staaten der Top-fünf-Liste aus Asien oder Ozeanien. Dass Singapur zum Beispiel zwei Västergotland U-Boote aus Schweden erhalten hat ist ein Beispiel dafür, dass das Interesse in Südostasien an Marinegerät und speziell Unterseebooten gestiegen ist. Wie Malaysia will auch Singapur noch mehr U-Boote bestellen.

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