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Internationale Funkausstellung 2012

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Interaktive Grafik: So sieht das Haus der Zukunft aus

Die Intelligenz von Apps macht auch vor dem Alltag nicht halt. Von der Küche bis zum Wohnzimmer zeigt unsere interaktive Grafik zur IFA 2012, wie neue Technologien unseren Alltag verändern werden.

Tablet/Smartphone

Unzählige Fernbedienungen sind im Haus der Zukunft überflüssig. Sämtliche Geräte – vom Fernseher über die Stereoanlage bis zum Thermostat der Heizung – werden per App über das Smartphone oder falls vorhanden über das Tablet gesteuert.

Fernseher

Der Fernseher der Zukunft ist nicht nur groß, flach und hochauflösend. Die Intelligenz des TVs der Zukunft liegt in den Apps. So können beispielsweise Fernsehsender zum App-Anbieter werden. Live-Sendungen wie Sportübertragungen werden ebenso als Stream angeboten, wie Filme und Serien, die der Nutzer sehen wann er will. Wie bei herkömmlichen Apps gibt es in der Fernsehwelt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Apps sowie Abos, mit denen das Angebot innerhalb der Apps erweitert werden kann.

Der Fernseher der Zukunft ist keine abgeschlossene Welt für sich mehr. Via WLAN lassen sich die Inhalte von Tablet, Smartphone oder PC jederzeit auf den Schirm bringen. Die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten wird von der 4K-Auflösung abgelöst (4096 x 3072 Pixel).

NAS

Ein kleiner Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, NAS) ist der zentrale Ort für alle Daten im Haus, die nicht aus dem Internet kommen. Dort liegen Filme, Musik und private Fotos – falls sie nicht in der Cloud gespeichert werden. Das NAS ist via WLAN mit der Unterhaltungselektronik im Haus verbunden. So können die Daten darauf ebenso auf Tablet wie auf Fernseher und Stereo-Anlage abgespielt werden.

Haushaltsgeräte

Haushaltsgeräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler bekommen sind in Zukunft mit einem intelligenten Stromzähler ausgestattet. Der Nutzer kann entscheiden, ob die Wäsche sofort gewachsen wird oder erst, wenn Strom im Überfluss vorhanden und somit günstig ist. Derartige Technik hilft bei der Energiewende, weil Geräte dann den Strom aus dem Netz beziehen, wenn Solaranlagen oder Windräder gerade besonders viel Strom liefern.

Energie

Ein großer Teil des Energiebedarfs deckt das Haus der Zukunft selbst. Dazu wird eine energiesparende Bauweise mit eigenen Energiequellen wie Solarkraftwerk oder Blockheizkraftwerk kombiniert. Dazu tragen beispielsweise große Fensterflächen nach Süden bei, die auch im Winter bei tiefstehender Sonne reinlassen und somit das Haus erwärmen. Fassaden, Dach, Fenster und Türen lassen nur sehr wenig Wärme frei.

Falls ein Blockheizkraftwerk vorhanden ist, produziert es gleichzeitig Strom und Wärme für das Haus oder den gesamten Häuserblock. Damit wird vor allem die Energie-Lücke geschlossen, welche die installierte Photovoltaik-Anlage und die Solarthermie zur Warmwassererzeugung nicht im Winter oder nachts nicht schließen kann. Überschüssige Energie wird mit dem lokalen Stromnetz verrechnet, von dem im Notfall auch Strom bezogen werden kann.

Interaktive Bildschirme

Interaktive Bildschirme mit Multitouch-Steuerung könnten im Haus der Zukunft allgegenwärtig werden, denn die Technik wird immer billiger. Bildschirme mit Internet-Anbindung könnten aktuelle Informationen wie Wetter und Nachrichten anzeigen, Filme und Fotos wiedergeben oder für Gesellschaftsspiele genutzt werden. Microsofts interaktiver Tisch „Surface“ zeigt, wie sich Multimedia-Technik in einem Möbelstück nutzen lässt.

App-Spielzeug

Das Smartphone wird zur Universal-Fernbedienung unseres Lebens – auch Spielzeuge machen zunehmend davon Gebrauch. Schon gibt es die ersten Drohnen, unbemannte Mini-Flugzeuge, die sich per Smartphone-App steuern lassen. Smartphone und Tablet kommunizieren dabei via WLAN mit der Drohne und nutzen dieses auch, um ein per Webcam aufgenommenes Bild zu übertragen. Eine Internet-Verbindung ist nicht erforderlich.

Leuchtmittel

Die Glühlampe ist tot – von Gesetz wegen. Doch die Energiesparlampen, die angetreten sind die Glühlampen zu ersetzen, haben zahlreiche Nachteile. Viele Modelle halten nicht lange, benötigen viel Zeit, um die volle Leuchtkraft zu entfalten und zu allem Überfluss sorgen auch noch Berichte über giftiges Quecksilber für Aufregung, das in geringen Mengen austreten kann, wenn die Lampe zerbirst.

Für die Leuchtmittel der Zukunft halten daher viele LED-Lampen. Die Leuchtdioden erreichen sofort ihre komplette Helligkeit, besitzen meist eine sehr hohe Lebensdauer und verbrauchen in der Regel noch weniger Energie als klassische Energiesparlampen. Nur die Preise sind bislang noch deutlich höher als bei Energiesparlampen.

Thermostat

Das Thermostat der Zukunft ist programmierbar und gleichzeitig über das Internet steuerbar. Programmiert und gesteuert wird es entweder per Smartphone/Tablet-App oder via Webinterface – und das geht dann auch von überall aus. So lässt sich das intelligente Heizsystem so einstellen, dass es wochentags von 9 bis 17 Uhr, wenn niemand zu Hause ist, nicht heizt. Kann der Nutzer jedoch schon absehen, dass er an einem Tag früher von der Arbeit nach Hause kommt, schaltet er via Webinterface die Heizung einfach schon auf der Arbeit ein. Das Thermostat kann auch situationsbedingt die Heizung abschalten – beispielsweise, wenn die Tür abgeschlossen wird.

Kühlschrank

Der Kühlschrank mit Internet-Anschluss ist schon seit vielen Jahren ein Klassiker der Zukunftsprognosen, die sich bislang nicht bewahrheitet haben – doch neuere Konzepte zeigen, in welche Richtung es tatsächlich gehen könnte.

Ein Kühlschrank, der sich selbst Lebensmittel nachbestellt, werden wir wohl eher nicht sehen. Praktisch ist allerdings ein Prototyp, den Siemens auf der Ifa 2011 vorstellte: Vor dem Schließen des Kühlschranks wird per Webcam ein Screenshot des Inhalts gemacht und auf einen Server hochgeladen. Wer nun im Supermarkt vergessen hat, was eigentlich fehlt, ruft kurz seine Kühlschrank-App mit dem Foto des Inhalts auf.

Herd

Schon heute zieht die App in Küche ein – so manch nutzt schon eine Rezept-App. Künftig jedoch könnte der Herd mit Smartphone und Tablet auch direkt via WLAN kommunizieren – und so auch programmierbar sein. Der Ofen könnte so beispielsweise via App auf 20 Minuten bei 200 Grad eingestellt werden, um sich danach selbstständig auszuschalten. Eine besondere Rolle bei den Haushaltsgeräten der Zukunft spielt natürlich auch das Thema Energieeffizienz.

Waschmaschine und Trockner

Im Sommer ist die umweltschonende Wäsche-Trocknung einfach: Die Wäsche wird einfach aufgehängt. Im Winter allerdings ist ein moderner Wärmepumpentrockner umweltfreundlicher, weil das verdunstende Wasser beim Aufhängen der Wäsche die Wohnung kühlt – und die Heizung muss gegenhalten.

Wäschetrockner mit neuer Solartechnik machen die Technik im Winter noch effizienter. Ein von Miele und der Firma Solvis auf der Ifa 2011 vorgestelltes Gerät nutzt die kostenlose Sonnenenergie direkt zum Trocknen der Wäsche – ohne Umwandlung in Strom. Derartige Lösungen könnten künftig auch für andere Haushaltsgeräte, die Wärme benötigen, zum Einsatz kommen – beispielsweise bei Waschmaschinen und Geschirrspülern.