Infografiken

_

Renault Twizy im Handelsblatt Autotest: Energiewende im Elektro-Beat

Modern, offen, grün, emotional, - und hoffnungslos unpraktisch: Der Renault Twizy ist mehr französischer Sommerhit als "normales" Elektroauto. Was der zweisitzige Stromer im Alltag taugt, verrät die Online-Redaktion.

Twizy
Lukas

Manche mögen so was süß finden, denke ich, als ich den Twizy das erste Mal sehe. Ich nicht. Vor allem das Innenleben gleicht einem Spielzeugauto: Vollplastik wohin man sieht, teilweise in Carbonoptik. Auch noch ein Möchtegern, dieser kleine Franzose. Die Handbremse ist so empfindlich, dass wohl nur Kinderhände sie anziehen können, ohne sie kaputt zu machen. Das soll ein Auto sein? Nein, sagt Hersteller Renault. Offiziell ist der Twizy ein Quad, damit er nicht die strengen Sicherheitsvorgaben erfüllen muss. Ob so ein Gefährt wirklich Spaß machen kann? Ich habe so meine Zweifel.

Lukas

Erster Einsatz: Fußballtraining. Der „Kofferraum“ im Twizy ist zu klein, um eine Sporttasche zu transportieren. Also muss der Beutel mit dem Anschnallgurt auf dem Rücksitz befestigt werden. Beim Anfahren eine Überraschung: Der kleine Franzose hat richtig Power, beschleunigt schnell. Schalten muss man nicht mehr. Im Stadtverkehr steuert sich der Twizy leicht und wendig, allerdings auf Kopfsteinpflaster nicht sonderlich komfortabel. Beim Fußballtraining muss ich immer wieder einen Blick auf den Parkplatz werfen, weil Passanten sich in meiner Abwesenheit in den Twizy setzen oder sich damit fotografieren. Der Twizy hat zwar zwei Anschnallgurte für den Fahrersitz, aber keine Türen. Die Zugluft auf dem Rückweg nervt.

Lukas

Es gibt nicht viele Autos, bei denen es mehr Spaß macht, an der Ampel zu stehen, als zu fahren. Was den Flirtfaktor betrifft, macht der Twizy seiner französischen Herkunft alle Ehre. Auch die lautlose Beschleunigung, wenn die Ampel auf grün schaltet, sorgt immer wieder für verwunderte Blicke der Passanten oder der anderen Autofahrer. Dass Renault sein Elektromobil an Prominente verschenkt, wundert mich nach zwei Testtagen nicht mehr. Kontaktscheu sollte man nicht sein, wenn man am Steuer sitzt.

Lukas

Der Twizy ist wie ein Sommerhit: Wenn die Sonne scheint, mag ihn jeder. Doch genauso schnell wie jeder Sommerhit dürfte dieses Spaßmobil auch wieder vergessen sein. Leider hat der Twizy immer noch zu viele Nachteile, um wirklich eine Alternative zu sein.

Thomas

Erdlinge sind maximal 1,70 Meter groß und lieben Zugluft – zu diesem Fazit käme wohl ein Marsmensch, sollte er die Menschheit allein auf Basis der Begutachtung eines Twizys charakterisieren. Wie erstaunt wäre er, könnte er sehen, wie geschmeidig ich meine 1,90 Meter hinter dem Lenkrad verstaue.

„Geht doch“, denke ich und versuche, das Gezeter aus der hinteren Twizy-Hälfte zu überhören, wo mein – etwa gleich großer – Bruder den Moment verflucht, als ich ihn zum Mitfahren einlud. Schön weghören, schließlich muss ich mich konzentrieren, als Testfahrer trägt man ja Verantwortung. Und dass es hinten ein wenig eng zugehen könnte, habe ich ihm vor dem Einsteigen nicht verheimlicht. Mir jetzt versuchte Körperverletzung vorzuwerfen, ist mehr als ungerecht. Blöd nur, dass der Twizy so leise ist, dass man jedes Wort von hinten versteht.

Thomas

Hat man seinen zeternden Bruder entsorgt, kann man sich ganz entspannt dem Vergnügen Elektroauto widmen. Kein Lärm, keine lästigen Abgase – zumindest keine, die man selbst verursacht. Was andere Verkehrsteilnehmer so in die Luft blasen, kitzelt dafür mitunter umso heftiger in der Nase: Kaum zu glauben, wie intensiv Abgasgestank in einem derart offenen Fahrzeug wahrgenommen werden kann.

Mit einem anderen Problem werde ich gleich zu Anfang meiner Twizy-Karriere konfrontiert: Nach einem zugegebenermaßen grenzwertigen Einsatz der Handbremse gibt deren Griff den Geist auf. Nur gut, dass kundige Mechaniker alle vier Einzelteile rasch wieder zu einem funktionsfähigen Ganzen zusammenfügen. Leichtbauweise hat eben Vor- und Nachteile.

Thomas

Wer mit fast fünf Jahrzehnten Lebenserfahrung einen Twizy fährt, muss damit leben, dass ihn manche Zeitgenossen für einen Frührentner im aufgemotzten Elektro-Rollstuhl halten. Zumindest deute ich das reflexhafte Spurwechseln meiner Hintermänner beim Ausrollen vor roten Ampeln als Ausweichen vor einem potenziellen Verkehrshindernis. Eine kleine Genugtuung ist da der Moment des Anfahrens: Pedal durchtreten, und schon werden die anderen wieder das, was sie waren – Hintermänner.

Noch genussvoller wäre die Fahrt allerdings ohne das lästige Kopfrechnen vor jeder ungeplanten Routenänderung. Hinter dem Hantieren mit geschätzten Kilometerzahlen steht die bange Frage: Reicht der Saft noch? Etwas mehr Reichweite würde dem Elektro-Flitzer nicht schaden, zumal die Anzeige zum Akku-Ladezustand nicht ganz vertrauenerweckend wirkt. Für den normalen Stadtbetrieb sollte es aber allemal genügen.

Thomas

Potenzielle Twizy-Käufer müssen nicht zwangsläufig maximal 1,70 Meter groß sein, Zugluft lieben und keine Brüder haben, es erleichtert nur die Kaufentscheidung. Alle anderen sollten abwägen, ob sie sich ein eigenes – zugegebenermaßen cooles – Gefährt für vergleichsweise kurze Fahrten an Sommertagen leisten wollen. Falls sie dazu bereit sind, belohnen sie zugleich einen Hersteller, der sich mit einem innovativen Konzept weiter vorgewagt hat als die meisten seiner Konkurrenten.

Alex

Eine Schönheit wird aus dem Twizy nicht mehr. Durch die hoch liegenden Scheinwerfer und den vorstehenden Batteriekasten erinnert das Gefährt an einen rollenden Totenschädel mit überraschtem Gesichtsausdruck [: Achmed, das tote Elektroauto]. Irgendwie futuristisch, aber angesichts des Mangels an Karosserie ohne wirkliche Linienführung. Und die bange Mutmaßung: Da passt doch nie im Leben mein Bauchspeck rein. Tut er aber ganz gut, was positiv überrascht. Das Publikum erinnert einen immer wieder daran, dass ich man einer Kuriosität unterwegs ist: Von Innenaufnahmen mit der Handykamera, über hochgereckte Daumen von Radfahrern bis zu schallendem Gelächter aus einem vollbesetzten VW-Bus ist alles dabei.

Alex

Lenker, zwei Pedale, zwei Hebel und zwei Schalter – viel falsch machen lässt sich im Innenraum des Twizy nicht. Dieser Minimalismus erinnert an ein Go-Kart und lenkt nicht vom Verkehr ab, der in der kleinen Rennpappe oftmals furchteinflößend erscheint. Komfort ist ein absolutes Fremdwort für den auf die Fortbewegung reduzierten Franzosen. Die höchstens 80 Kilometer Reichweite sind auch Fahrerschutz, denn die harten Schläge hämmern auf den Straßen direkt ins Kreuz. Für die Stadt prädestiniert sind jedoch die geringen Maße, die überraschend bissige Beschleunigung und die erbarmungslos direkte Lenkung. Andere Verkehrsteilnehmer reagieren aber mitunter aggressiv auf das vermeintliche Hindernis – oder übersehen ihn schlichtweg, was den Twizy-Fahrer häufig dazu zwingt, die Wendigkeit des Winzlings auszureizen.

Alex

Spätestens, als der Ampera an der Ampel abgehängt wurde, war klar, dass der Twizy seine Stärken im Bereich bis 50 km/h hat. Bis etwa zu dieser Grenze macht es auch richtig Laune. Alles darüber hinaus macht hingegen Angst: Angst, dass der Seitenwind den Fahrer aus dem Häuschen bläst; Angst, dass die humorlose Bremse, die sich wie eine Blechbüchse voll Knetgummi tritt und kein Feedback gibt, nicht packt. Das Elektroauto gibt zwar kein Motorgeräusch und kaum Rollgeräusche von sich, dafür piepst, leuchtet und hupt es fortwährend. Egal, ob geblinkt oder vergessen wird, im Stand auf der Bremse zu bleiben. Das alles ändert aber nichts daran, dass der Flitzer ganz wundervoll unprätentiös über den Asphalt schrubbt und ein schaurig-schönes, puristisches Fahrgefühl hinterlässt.

Alex

Klar ist, dass der Twizy niemals vollwertiger Erstwagen sein kann oder sein will. Was beim Smart vielleicht noch funktioniert hat, unterliegt beim Renault den Beschränkungen der Bauart: Kein Reisekomfort, kein Stauraum, keine Türen. Da bieten die großen Elektroautos und Hybride von allem mehr, inklusive der Reichweite. In der Kleinstklasse ist der Renault jedoch (vorerst) konkurrenzlos. Wer sich darauf einstellt, für 7.690 Euro ein Stück fahrbaren Untersatz zu bekommen, darf zugreifen, sofern das Vehikel nicht wintertauglich sein soll. Spaß macht der Twizy auf jeden Fall, allerdings fragt sich, wie lange der im Alltag anhält.

Florian

Der zierliche Scheibenwischer hoppelt jämmerlich über die Scheibe und quietscht erbärmlich, aus Mitleid möchte ich ihn am liebsten sofort wieder ausschalten. Lange kann der Schauer ja nicht dauern. Denkste, jetzt wird er zum Wolkenbruch. Die Blicke der sonst so begeisterten Passanten sind nun mitleidig. Der Fahrtwind wirbelt den Regen ins Cockpit. Plötzlich sehe ich nichts mehr, die Scheibe ist komplett verregnet, - innen! Immer mal wieder anhalten mit dem Ärmel abwischen. Egal, nass bin ich eh schon. Von den Pfützen spritzt das Wasser in den Wagen, als würde jemand mit dem Wasserschlauch neben herlaufen. Der hintere Sitz ist schon komplett durchnässt, zum Glück wollte meine Frau nicht mitfahren. Der Regen tropft mittlerweile überall von der Decke. Der Twizy geht im deutschen Sommer baden.

Florian

Man kann deutlich sehen: Renault hat die Ausstattung bewusst spartanisch gehalten, um ein bezahlbares Elektroauto zu bauen, das auch für Kunden erschwinglich ist, denen der Preis nicht egal ist. Doch herausgekommen ist dadurch leider ein Auto, das so wenig funktional ist, dass es reines Spaßmobil ist und höchsten als Zweit- oder Drittauto durchgeht. Billig wirkende Materialien, ein Sitz wie ein Gartenstuhl, eine schwache Bremse, ein frickeliger Startmechanismus, der nur nach wiederholten Versuchen funktioniert - da kann man auch für 7.690 Euro (ohne die monatliche Batteriemiete und ohne Türen) etwas mehr Qualität erwarten. Es fällt eben auf, dass das Modell nicht als Auto, sondern nur als Quad zugelassen ist.

Florian

Spaß macht der Twizy wirklich, wenn man akzeptiert, dass er wirklich jedes kleine Schlagloch zuverlässig an den verlängerten Rücken weitermeldet. Das Freiluft-Feeling, die begeisterten bis ungläubigen Blicken der anderen Verkehrsteilnehmer, die überraschend gute Durchzugskraft des kleinen Elektromotors, der extrem kleine Wendekreis, die knappen Abmessungen, all das macht gute Laune, vorausgesetzt, das deutsche Wetter spielt mit. So intensiv und direkt habe ich das Autofahren noch nicht erlebt. Das Go-Kart-Gefühl im täglichen Straßenverkehr.

Florian

Eigentlich sehr schade, dass so ein cooles Auto auf den zweiten Blick alle Vorurteile gegenüber Elektroautos bestätigt - eine gute Idee, die aber in der Praxis doch noch nicht wirklich ausgereift ist. Speziell die Tatsache, dass man praktisch keinen Gepäckraum hat, ja nicht mal den normalen Einkauf unterbringen kann, wird viele vom Kauf abhalten.

Frank

Noch nie hat ein Handelsblatt-Testwagen mehr Aufmerksamkeit von Passanten und anderen Autofahrern bekommen. Viele lachen und winken, manche glotzen, Smart-Fahrer grüßen per Hupe, E-Bike-Radler fordern zum fröhlichen Ampelstart heraus, vor allem Frauen und Kinder sind begeistert. Die meisten haben Fragen, alle wollen mitdiskutieren, wenn er mal parkt. Das freut den Fahrer, der die Nachteile des Vollplastikwägelchens schnell zu vergeben bereit ist.

Frank

Das Fahrwerk ist kein Geheimnis mehr, es liegt offen. Der Fahrer kann die Reifen sehen, wenn er sich ein wenig reckt. Das hilft beim zielgenauen Rangieren und Einparken auf den Zentimeter. Der Wendekreis ist eine sensationelle Kleinigkeit. Was nicht stimmt, ist die Abstimmung der Federelemente. Da die beiden hintereinander angeordneten Kunststoffsitze dünn wie ein Handtuch sind, dringen Schläge von unten direkt durch. Und das Fahrwerk ist zwar knüppelhart, aber nicht sportlich. Ältere Semester: Bitte doppelt Haftcreme auftragen.

Frank

Wer kein Motorrad fährt, hat vielleicht wegen der fehlenden Türen etwas Angst, er könne herausfallen. Aber in die Kurve lässt sich der kleine Franzose pressen, bis die schmalen Reifchen Hilfe rufen. Dabei hilft der niedrige Schwerpunkt. Der Twizy mag von außen schmal, hoch und kippelig wirken. Doch die schwere Batterie sitzt ganz unten unterm Fahrersitz, - und damit genau richtig. Ganz schlimm: 27 km Autobahn, das heißt im Twizy Windschattenduell mit Brummi. Nie wieder! Bestes Fahrerlebnis: Hinten sitzen in langgezogener Linkskurve bergab bei 85 km/h Spitze. Und Sie fährt. Ein schöner Test für jede Beziehung.

Frank

Nomen est omen. Im Namen steckt das Wichtigste: Ein bisschen Twist, etwas Magie, und viel Witz. Natürlich kann man ablästern, was dieser moderne Kabinenroller alles nicht hat und alles nicht kann. Es würde voraussetzen, dass man den Twizy als Auto anerkennt. Ich finde aber, dass er das gar nicht ist. Er ist gleichzeitig weniger und mehr. Er ist ein elektrisches Mobilitätskonzept für eine ganz spezielle Zielgruppe, ja sogar für in Deutschland ganz besonders seltenes Wetter. (Noch) nicht kaufen, aber auf jeden Fall selber testen. Ein Riesenspaß für die ganze Familie. Wenn man Single ist.

Oliver

Was ist das denn? Für ein Motorrad hat es zwei Räder zu viel. Für ein Auto zwei Türen zu wenig. Als Reisemobil taugt es nichts, weil es höchsten 80 fährt. Und zum Einkaufen passt es nicht, weil nirgendwo etwas reinpasst. Nicht mal eine Flasche Wein. Der Beifahrerin ins Auge schauen geht auch nicht, weil sie nicht nebenbei, sondern hintendran sitzt. Das gab es schon mal beim Messerschmidt-Kabinenroller. Im Gegensatz zum historischen Zwerg hat aber sein von ihm sichtlich inspirierter Nachfolger hinten allenfalls für Menschen Platz, die bei 1,50 Meter ihr Wachstum angehalten haben. Liebe Leute von Renault – was habt ihr euch um Himmels Willen gedacht, als ihr den Twizy konstruiertet?

Oliver

Während der Fahrt bei Vollgas signalisiert der Test-Twizy fast permanent Bedürfnis nach der pflegenden Hand eines Mechanikers. Da die entsprechende Warnleuchte irgendwann wieder erlosch, habe ich sie ignoriert. Der Schalter für die drei Aggregatzustände: vorwärts, rückwärts, Leerlauf gehört nicht links neben das Lenkrad, sondern ins Lenkrad integriert, weil ich ihn an jeder Ampel brauche. Und das Fahrwerk? Gab es eins?

Oliver

Okay – Stromautofahren macht Spaß. Und das macht es auch im Twizy. Kein Ton ist im Stehen zu hören. Schaltfreies Losfahren bis zur Höchstgeschwindigkeit. Diese Gefühl, moderner als 99,9 Prozent der übrigen Autowelt unterwegs zu sein, die Zukunft unterm Hintern sozusagen. Und dann die Blicke, die das Gefährt auf sich zieht. Ich habe glatt einer Harley die Show gestohlen, wie mir der Fahrer an der Ampel auch anerkennend bestätigte - bevor er bei grün knatternd an mir vorbeizog. Meine Beschleunigung gleicht eher einem Rollator. Und was hilft dann Anerkennung, wenn ich das Gefühl habe, es schwingt auch so etwas wie Mitleid im Blick?

Oliver

Der Twizy gehört an sich an ein Karussell: ein Euro rein, eine Runde mitfahren, lachen, anderen davon erzählen, schönen Tag noch! Für ein ernstzunehmendes Fortbewegungsmittel fehlt einfach zu viel. Und von dem, was dran ist, frage ich mich, ob es mein Vertrauen verdient: Das Dach in Kohlefaser-Optik ist nur aus Plastik. Am ersten Testtag fiel das Handbremsgehäuse auseinander. Und eines morgens lag eine eiserne fingernagelgroße Klemme im Fußraum. Französisches Mysterium, niemand weiß woher.

Jörg

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt mit so breitem Grinsen auf der Straße unterwegs war. Mit diesem Auto zu fahren, macht einfach nur Spaß. Wobei es "Auto" nicht ganz trifft, "Autoscooter" wäre passender - nicht nur wegen des futuristischen Aussehens, sondern auch wegen des Fahrgefühls. In der Stadt ist der Twizy flink, beim Anfahren an der Ampel kommt keiner mit. Obwohl der Elektromotor nur 18 PS aufbieten kann, hat er ein tolles Drehmoment.

Jörg

Auf der Landstraße ist man zumindest kein Verkehrshindernis. Ich bin auf Nebenstrecken von Düsseldorf-Zentrum in den Köln-Süden gefahren, Fahrtzeit: etwa eine Stunde. Mit dem Regionalexpress geht das auch nicht schneller. Und im Twizy hat man wenigstens einen Sitzplatz und frischen Wind um die Nase. Bei Regen könnte es allerdings ungemütlich werden. Für Leute, die sich lieber unauffällig fortbewegen, ist das Gefährt allerdings nichts. Sie können sicher sein, dass Sie überall und von jedem angeguckt werden, und sobald Sie anhalten, werden Sie fotografiert oder angesprochen.

Jörg

Meine absolute Lieblingsszene: An der Ampel hält eine alte Dame mit ihrem Kleinwagen neben mir. Sie kurbelt das Fenster runter. "Junger Mann, wat is dat nu? Auto oder Roller?" "So'n Zwischending." "Ah, macht bestimmt Spaß." Genau!

Jörg

Auch wenn der Twizy ein reines Spaßmobil ist, aber er ist mehr als ein Gag. Ich finde gut, dass es ein Hersteller wagt, ein solches Konzept auf die Straße zu bringen. Nur wenn einer den Anfang macht, dann besteht die Chance, dass Elektromobile besser, günstiger und eines Tages allgemein akzeptiert werden.