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HSH Nordbank

MarktgeschehenDevisen weekly: Sichere Häfen so beliebt wie seit langem nicht mehr. Brexit und UK-PMI belasten das Pfund. EZB-Zinssitzung wird mit Spannung erwartet

Die Euro-Rally hat in der vergangenen Berichtswoche keine neue Fahrt aufnehmen können. EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,1930, was auf Wochensicht einer Aufwertung von 0,3 % entspricht. Zwischenzeitlich drückten US-Inflationsdaten EUR/USD auf unter 1,1840. Am Freitag (01.09) bewirkte ein etwas enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht eine deutliche Gegenbewegung und schob den Wechselkurs wieder über die Marke von 1,19. Heute (07.09.) wird es auf die EZB-Sitzung ankommen. Die Erwartung mancher Marktteilnehmer, Draghi werde versuchen, den Euro schwach zu reden, teilen wir nicht. Allerdings dürfte er Andeutungen in Richtung eines baldigen Taperings sehr vorsichtig formulieren, um nicht eine weitere Aufwertung der Gemeinschaftswährung zu provozieren. Derweil hat sich die politische Lage in den USA etwas beruhigt, nachdem es Präsident Donald Trump gelungen ist, die Problematik der Schuldenobergrenze bis Dezember aufzuschieben. In der kommenden Woche ist werden Marktteilnehmer besonders auf die Veröffentlichung des US-CPIs (14.09.) schauen.

EUR/GBP notiert aktuell bei 0,9148 und verlor so gegenüber der Vorwoche um 0,7 %. Am Mittwoch (06.09.) erreichte das Währungspaar mit 0,931 ein Hoch, das zuletzt im September 2009 eingenommen wurde. Grund dafür waren die erneut enttäuschenden Ergebnisse der Brexit-Verhandlungsrunde in Brüssel. Die Schwierigkeiten, sich über Kernthemen wie die Grenze zwischen Nordirland und Irland oder die ausstehende Zahlung Großbritanniens an die EU zu einigen, ließen das Pfund stark abwerten. Zusätzlich setzte der britische Einkaufsmanagerindex für den wichtigen Dienstleistungssektor in August (53,2; Bloomberg-Konsens: 54,3) mit dem niedrigsten Wert seit September 2016 das Pfund am Dienstag (05.09.) zusätzlich unter Druck. In der nächsten Berichtswoche stehen vor allem die jeweiligen Zinssitzungen der Zentralbanken beider Währungsräume im Mittelpunkt. Wir erwarten, dass die EZB (07.09.) konkretere Signale für den Beginn ihres Tapering machen wird. Dies würde den Euro zusätzlich stärken. Trotz der hohen Inflationsrate vermuten wir von der BoE (14.09.) mit Blick auf die schwächelnde britische Wirtschaft keine restriktiveren Schritte.

USD/JPY fiel diese Woche um 1,3 % auf 109. Wichtigster Treiber für den Yen ist der Nordkorea-Konflikt. Es war vor allem die internationale Uneinigkeit bei der Reaktion auf den jüngsten Nukleartest, die risikoaverse Marktteilnehmer zu Yen-Käufen bzw. zur Auflösung von Carry-Trades veranlasste. Dazu kam noch die Andeutung des FOMC-Mitglieds Lael Brainard den Leitzins in diesem Jahr eventuell nicht weiter anzuheben. Angesichts des 69. Jahrestages (09.09.) Nordkoreas ist mit weiteren Spannungen zu rechnen, so dass der Yen zunächst das jetzige Wechselkursniveau halten dürfte.

EUR/CHF beendete die Berichtswoche mit 1,1402 und sank somit um 0,5 %. Der Test der nordkoreanischen Wasserstoffbombe machte erneut klar, dass der Franken eine Fluchtwährung ist. Im Vorfeld hatte SNB-Chef Thomas Jordan noch signalisiert, dass trotz des „deutlichen Abbaus der Überbewertung“ der Prozess „noch nicht“ abgeschlossen sei. Daher dürfte ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik bei der SNB-Zinssitzung kein Thema sein (14.09.). Viel eher dürfte die EZB Signale für den Beginn des Tapering auf ihrer Zinssitzung (07.09.) senden und damit den Franken abwerten lassen.

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