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MarktgeschehenÖl weekly: Ölnachfragedaten für Juni deuten auf erfreuliches Wachstum hin

Die Rohölpreise haben in der vergangenen Woche eine Verschnaufpause eingelegt, nachdem diese zuvor binnen fünf Wochen um rund 17 % zulegen konnten. Aktuell notiert die Nordseesorte Brent bei 52,5 US-Dollar/Barrel. Das Makrobild an den globalen Rohölmärkten ist dabei gegenwärtig sehr vielversprechend und deutlich besser als zu Beginn des Jahres, was an der Terminkurve für Brentöl abzulesen ist. So weist diese für die beiden nächstgelegenen („prompt“) Kontrakte Backwardation (Spotpreis > Terminpreise) auf, wobei die Kurve insgesamt relativ flach ist.

Dies zeigt deutlich, dass der dynamische Anpassungsprozess Woche für Woche Fortschritte macht, wobei die Nachfrageentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Die ersten verfügbaren Juni-Daten deuten auf ein sehr dynamisches Nachfragewachstum hin. Gegenwärtig liegen für den Monat Juni Daten aus neun Ländern vor, welche für 52 % der weltweiten Ölnachfrage stehen: den USA, Japan, Indien, China, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Spanien und Frankreich. Die Juni-Daten deuten auf eine Fortsetzung eines soliden Nachfragewachstums hin. Genauer gesagt implizieren diese ein Wachstum der weltweiten Ölnachfrage um 1,54 Mio. Barrel/Tag. Triebfeder dieser Dynamik ist ein starkes Wachstum der Weltwirtschaft. Während sich der Konjunkturoptimismus Anfang dieses Jahres vor allem auf guten Stimmungsindikatoren gründete, spiegeln diese sich nun auch in den harten Zahlen (Industrieproduktion und BIP ) wider.

Diese Beschleunigung der weltwirtschaftlichen Aktivitäten zeigt sich sowohl in den Emerging-Markets als auch in den westlichen Volkswirtschaften. Für das Gesamtjahr 2017 erwarten wir im Durchschnitt ein Wachstum der Ölnachfrage von 1,55 Mio. Barrel/Tag. Diese Prognose basiert auf einem erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von 3,6 % und einem durchschnittlichen Brentöl-Preis von 53 US-Dollar/Barrel in diesem Jahr. Das kräftige Nachfragewachstum spiegelt sich auch in der Entwicklung der weltweiten Öllagerbestände wider. Unser globales Lagerbestandsmodell zeigt für den Monat Juli einen Abbau der Rohöl- und Ölproduktvorräte von 39 Mio. Barrel, wohingegen lediglich mit einem saisonalen Abbau von 6,6 Mio. Barrel zu rechnen war. Dieser Trend hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt. Wie das US-Energieministerium gestern (9.8.) vermeldete, waren die Gesamtlagerbestände in den USA im Wochenvergleich um 4,6 Mio. Barrel (Rohöl: -6,5 Mio.) rückläufig. Setzt sich der Lagerbestandsabbau in diesem Tempo fort, dürften im dritten Quartal durchschnittlich 1,5 Mio. Barrel/Tag an Öllagervorräten abgebaut werden. Dies bedeutet, dass die weltweiten Öllagerbestände bis Mitte Herbst auf Normalniveau (Fünfjahresdurchschnitt) zurückgefahren sein und die OPEC ihre explizites Ziel mittels des Förderkürzungen erreicht haben dürfte.

Unterdessen hat die US-Energiebehörde  ihre Projektion für die US-Rohölproduktion leicht nach oben angepasst. Für 2017 erwartet sie einen Anstieg um 490 Tsd. auf durchschnittlich 9,35 Mio. Barrel/Tag und für 2018 einen Anstieg um 570 Tsd. auf 9,91 Mio. Barrel/ Tag. Per Ende 2018 soll die US- Rohölproduktion dann über 10 Mio. Barrel/Tag erreichen.

Insgesamt zeigen sich die Ölmärkte derzeit in einer recht robusten Verfassung, was sich auch in gestiegenen Ölpreisen widerspiegelt. Da die Nachfrage im zweiten Halbjahr tendenziell stärker ist als im ersten, sehen wir daher Potenzial für ein höher als von uns erwartetes Wachstum im Gesamtjahr 2017, was sich positiv auf die Ölpreise auswirken sollte.

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