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MarktgeschehenYellen stimmt Senat auf höhere Zinsen ein. Angst vor Le Pen und Wilders zeigt sich in den Renditen

In ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss bekräftigte Fed-Präsidentin Janet Yellen am Dienstag (14.02.) die positive Entwicklung der Konjunktur und der Inflation in den USA. Mit monatlich rund 200 Tsd. neu geschaffenen Stellen seit Juni 2016 zeige sich der US-Arbeitsmarkt robust und auch die Inflationsentwicklung gemessen an dem für die Fed bedeutendem Index für persönliche Konsumausgaben ohne Energie und Lebensmittel (Kern-PCE: 1,7 %, YoY) ließen einen baldigen Zinsschritt erwarten.

 

Unterstützend wirkt auch die Entwicklung der CPI-Kerninflation, die mit 2,3 % im Januar (YoY) ihre Zielmarke im Januar deutlich übertraf. Die Ankündigung einer expansive Fiskalpolitik durch die neue US-Regierung unterstützt zudem Zinserhöhungsphantasien zur nächsten Sitzung. Bis sich diese wirtschaftpolitischen Vorhaben konkretisieren, warten die Währungshüter vermutlich mit weiteren Zinsschritten ab, wenngleich sich vereinzelte Stimmen aus dem Fed-Umfeld für ein rascheres Tempo im Zinserhöhungszyklus aussprechen. Eric Rosengren, Präsident der Boston-Fed, sieht Spielraum für bis zu drei Zinsschritten in 2017. So erhielten die Renditen für langfristige US-Treasuries in dieser Berichtswoche Auftrieb und notieren aktuell bei 2,48 %, 17 Basispunkt höher als in der Vorwoche.

 

Auch die Renditen für langfristige Bundesanleihen konnten zur Vorwoche einen moderaten Anstieg verzeichnen und rentieren gegenwärtig bei 0,37 % (Vorwoche 0,31 %). Nachdem die Marktteilnehmer angesichts der politischen Risiken in Europa in der ersten Februarhälfte Bunds verstärkt nachfragten und ihre Renditen zwischenzeitlich auf ein Jahrestief von unter 0,30 % schickten, zeigten sich die Bund-Renditen von den Zinserhöhungsdiskussionen jenseits des Atlantiks beeindruckt und zogen entsprechend nach.

 

Indes geben die Anleihenmärkte die Umfragewerte der Europa-kritischen Parteien bei den Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und womöglich auch Italien immer stärker wieder. Die langfristigen französischen und niederländischen Staatsanleihen liegen mit 1,06 % und 0,70 % auf ihren höchstem Niveau seit September 2015, respektive Januar 2016. Die langfristigen Renditen des von einer Bankenkrise betroffenen Italien verbleiben angesichts der Wahlchancen der Fünf-Sterne-Bewegung auf einem hohen Niveau (2,24 %). Zudem wirkt das Wiederaufflammen der griechischen Schuldenkrise als zusätzliche Belastungsprobe für die Staatsanleihen aus der Euro- Peripherie, auch wenn ihre Spreads zu den Bundesanleihen zuletzt leicht rückläufig waren.

 

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Robustheit der Konjunktur und die Preisentwicklungen in den USA sowie in Deutschland nicht im gewohnten Maße von den Anleihenmärkte wiedergespiegelt wird. So lagen die deutschen Renditen z.B. im Juli 2013 bei einer Inflation von 1,9 % (YoY) auf einem Niveau von 1,7 %. Die Rolle der Zentralbanken und ihre Anleihen-Bestände (u.a. US-Fed mit US-Treasuries im Wert von 2,46 Bio. US-Dollar) verzerren den Preisbildungsmechanismus auf den Anleihenmärkten.


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