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DAX-Analyse: Karlsruhe lässt sich Zeit, Schäuble drängelt

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Karlsruhe lässt sich Zeit, Schäuble drängelt

Ein signifikant schwächerer Euro, finstere Aussichten für die Weltwirtschaft und immer neue Sparprogramme - soweit der aktuelle Stand des unverändert trüben Umfeldes. Doch in Anbetracht der widrigen Umstände hat sich der deutsche Aktienmarkt wacker geschlagen. Zumal sich bei der Umsetzung des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM eine Hängepartie bei der Umsetzung ankündigte. Es brauche mehr Zeit für die Prüfung, teilte das Bundesverfassungsgericht mit. Mit Verweis auf die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Situation in Europa und auf das Risiko eines schweren konjunkturellen Einbruchs gab Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seiner Hoffnung Ausdruck, dass die obersten Richter noch vor dem Herbst zu einem Urteil über die Eilanträge gegen den ESM und den EU-Fiskalpakt gelangen werden. Dabei versuchte der Minister tunlichst, den Eindruck zu vermeiden, die Richter in irgendeiner Weise unter Druck setzen zu wollen. Das gelang ihm jedoch nur bedingt: "Die Märkte wollen schnelle Entscheidungen", verklausulierte er sein Drängeln.

Unterdessen wagte sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einem Vorschlag zur Bekämpfung der Schuldenkrise nach vorne: Wohlhabende Bürger sollen stärker einbezogen und zur Kasse gebeten werden. Die Forscher plädieren dafür, die Vermögen durch eine einmalige Abgabe zu belasten. Möglicherweise auch in Kombination mit einer Zwangsanleihe, indem die betroffenen Abgabepflichtigen Schulden übernehmen müssen. "Ein Zwangskredit oder eine Abgabe in Höhe von zum Beispiel zehn Prozent auf dieser Bemessungsgrundlage könnten somit gut neun Prozent des BIP mobilisieren - rund 230 Mrd. EUR2, heißt es in der Studie. Der Schuldenstand Deutschlands ließe sich auf diese Weise "ein deutliches Stück näher" an die im Maastricht-Vertrag festgesetzte 60-Prozent- Grenze bringen, glaubt das DIW. Die Bundesregierung demonstriert derweil unerschütterlichen Optimismus: An ihrer BIP-Prognose für dieses Jahr von plus 0,7 Prozent will sie vorerst weiter festhalten. Einen vergleichbaren Abschwung wie 2009 könne man derzeit nicht erkennen, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler.

Wie oben erwähnt, zeigte sich der DAX im Berichtszeitraum auffallend robust. Weiterhin gilt, dass das Aufwärtspotenzial bis 6.680 und darüber sogar bis 6.745 Punkte reicht. Wir bleiben solange freundlich gestimmt, wie sich der Leitindex oberhalb der 6.330/40er Marke bewegt, die wir deutlich nach oben adjustiert haben.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.



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