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DAX Sentiment-Index: DAX-Händler machen um "Sandy" keinen Wirbel

DAX SENTIMENT INDEX

DAX-Händler machen um "Sandy" keinen Wirbel

Endlich kam wieder Stimmung an der Börse auf. Das Dauergeläut der Emissions-Glocke übertönte minutenlang sämtliche Kommentatoren auf der Balustrade. Kameras wurden auf zufriedene Gesichter gerichtet: Deutschland feierte das größte Aktien-Debüt der vergangenen fünf Jahre. Der DAX honorierte das Geschehen mit einem freundlichen Kursverlauf. Dabei wirkte er am vergangenen Mittwoch noch etwas lädiert, als er bis auf 7.120 Punkte abglitten war. Aber der Wirbel um das IPO von Telefónica Deutschland scheint dem Markt ganz gut getan zu haben. Überhaupt ergab sich nicht der Eindruck, dass sich die Akteure vom Kursgeschehen beeindrucken ließen. Der DAX hat auf Erhebungsbasis um 1,9 und in der Spitze immerhin 3,2 Prozent zulegen können.

Alles in allem ließen sich die Investoren aber durch nichts und niemanden zu außerordentlichen Transaktionen verleiten. Weder vom Lärm, der um das gelungene IPO gemacht wurde noch vom Sturm „Sandy“, der über die amerikanische Nordostküste wirbelte und dabei sogar die Wall Street in die Knie zwang. Aber die zwei Tage lange Zwangspause, die der New Yorker Börse verordnet wurden, konnten dem restlichen Handel nichts anhaben. Obgleich Marktbeobachter im Vorfeld versuchten, Parallelen zum 19. Oktober 1987 zu ziehen. Damals tobte außerhalb der Börse in London ebenfalls ein Sturm und reduzierte dadurch Marktliquidität und -zugriff, da er den Börsenzugang und die Kommunikation erheblich störte, was sich leider auch auf den Handel weltweit übertrug. Dieses Mal blieben die Marktteilnehmer aber völlig entspannt. Der Rest der Welt handelte zu Beginn der Woche - getreu dem Motto "business as usual" - unbeeindruckt weiter.

Stillhalten lautet die Devise
Für die von der Börse Frankfurt befragten Fondsmanager gab es ebenfalls kaum Gründe von ihrer vor zwei Wochen neu eingeschlagenen optimistischen Marschrichtung abzurücken. Unser Bull/Bear-Index hat sich aber im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Lediglich innerhalb der einzelnen Lager gab es ein paar kleinere Verschiebungen. Zwei Prozent der Bullen und Bären siedelten jeweils ins neutrale Lager über, was unterm Strich der Anlegerstimmung aber nichts anhaben konnte. Das Signal, das die Fondsmanager senden, ist klar: Es gibt derzeit keinen Handlungsbedarf! Diese Einstellung erscheint durchaus logisch. Denn wenn schon der US-Wirbelsturm oder die Gerüchte um einen Rettungsantrag Spaniens keinen Einfluss auf das Handelsgeschehen hatten und sich auch mitten in der Unternehmensberichtssaison keiner in irgendeiner Form veranlasst fühlt, die Marschrichtung zu ändern, warum sollten dann gerade vor zwei entscheidenden US-Terminen - direkt vor den Arbeitsmarktdaten und der Präsidentschaftswahl - im großen Stil Positionen verschoben werden?

Entsprechend sehen die Händler den kommenden Ereignissen entspannt entgegen, was bedeutet, dass sie sich frei und unbelastet in diese wichtige Marktphase begeben. Überstehen sie die nächste Woche unbeschadet, spräche nichts dagegen, sich früh auf eine Jahresendrally einzurichten. Und selbst wenn der eine oder andere in der Nähe des DAX-Jahreshochs ans Gewinne mitnehmen denken sollte, wird das nicht allzu schwer auf den DAX lasten. Dafür sind die Bestände der Akteure vermutlich zu klein.

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