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Markt-Check: Berechtigter Optimismus?
USA: Wie stark belastet der Budget-Streit?
2013 ist eines der brennendsten Themen, wie schon im Vorjahr, die
desolate Haushaltslage in den USA. Gerade noch rechtzeitig wurde der
Sprung von der Fiskalklippe vermieden. Mit dem provisorischen Kompromiss
wurde jedoch nur Zeit gewonnen. Die beschlossenen Steuererhöhungen
für einige Spitzenverdiener werden nicht ausreichen, um
das gewaltige Loch in der Staatskasse zu stopfen. Eigentlich galt daher
Ende Februar als nächster Stichtag, um sich bis dahin auf Kürzungen
zu verständigen. Dieses Ziel wurde mit der Aussetzung der Schuldengrenze
durch den Kongress nun bis Mitte Mai vertagt. Sowohl
automatische als auch durch einen Kompromiss gefundene Kürzungen
haben jedoch einen Haken: Sie dürften nicht ohne negative Folgen
für die US-Wirtschaft bleiben, sind die Ausgaben des Staates doch ein
wichtiger konjunktureller Baustein. Abgesehen von den möglichen
direkten Auswirkungen der Einsparungen sorgt das anhaltende Hickhack
um das US-Budget bei Firmen und Verbrauchern für Unsicherheit.
Beispielsweise hatte sich im Januar die Verbraucherstimmung (Uni
Michigan) überraschend kräftig eingetrübt. Sie sank auf das niedrigste
Niveau seit Dezember 2011. Eine bedenkliche Entwicklung, ist der private
Konsum doch die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. Der Kauflaune
am US-Aktienmarkt tat dies jedoch
keinen Abbruch. Ein stützender Faktor war
die Berichtssaison für das Schlussquartal
2012. Zwar überzeugten nicht alle Firmen
mit Zahlen und Ausblicken, wie z. B. Apple
oder Intel. In Gänze kamen die Bilanzen
aber gut an. Dies spiegelt sich auch im seit
Jahresbeginn steigenden S&P 500® wider. Er
erreichte erstmals seit Dezember 2007 die
Marke von 1.500 Punkten. Das Allzeithoch
von Oktober 2007 bei 1.576 Zählern rückt
damit immer näher.
China: Trendwende in Sicht?
Für Kauflaune am US-Aktienmarkt könnten auch die Daten aus China
gesorgt haben. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft befindet sich
vielleicht an einem konjunkturellen Wendepunkt. Nachdem sich das
Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) sieben Mal
in Folge abgeschwächt hatte, nahm die Dynamik im Schlussquartal
2012 wieder auf 7,9 % zu. Für einige Ökonomen ein klares Indiz für eine Trendwende. Daraus erwächst die Zuversicht, dass Chinas
Wirtschaft im ersten Halbjahr 2013 noch mehr Schwung gewinnt.
Dazu beitragen könnten die konjunkturstützenden Maßnahmen der
Regierung zur Steigerung der Binnennachfrage. Ferner spielt die
wirtschaftliche Lage in den USA, aber auch Europa eine wichtige
Rolle. Sie haben für die nach wie vor exportlastige Wirtschaft Chinas
einen hohen Stellenwert.
Japan öffnet Geldschleusen
Stark vom Export abhängig ist auch Japan. Hier setzt die neue
Regierung alle Hebel in Gang, um die Wirtschaft mit Gewalt aus
Rezession und Deflation zu reißen. Sie hat ein riesiges Konjunkturpaket
von umgerechnet 173 Mrd. Euro geschnürt. Außerdem wird
die Notenbank ihre Geldschleusen noch weiter öffnen. Konkret
sollen zusätzliche und unbegrenzte Wertpapierankäufe ab 2014
die Konjunktur ankurbeln. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den
Yen zu schwächen. Dadurch würden japanische Produkte auf
dem Weltmarkt relativ günstig. Kurzfristige positive Effekte durch
die massiven Stimuli sind denkbar. Offen ist jedoch, ob es Japan
damit diesmal gelingt, nachhaltig die Spirale aus fallenden Preisen
und sinkender Investitionsbereitschaft zu verlassen.
Europa: Talsohle durchschritten
In Europa bleibt unterdessen die Staatsschuldenkrise in der
Eurozone der Knackpunkt. Da der Markt derzeit davon auszugehen
scheint, dass das Schlimmste überstanden ist, rückt nun
die konjunkturelle Entwicklung in den Fokus. In diesem Punkt ist
ebenfalls eine positive Grundstimmung vorhanden. Im zweiten
Halbjahr wird eine wirtschaftliche Belebung im Währungsraum
erwartet. Zuversichtlich ist man dabei auch für Deutschland. Hier
war 2012 das BIP-Wachstum mit preis- und kalenderbereinigten
0,9 % deutlich geringer als in den beiden Vorjahren mit 3,1 %
und 4 %, die allerdings von der kräftigen Erholung nach der
globalen Konjunkturflaute 2009 geprägt waren. Angesichts des
widrigen Umfelds kann die wirtschaftliche Entwicklung 2012
somit als robust bezeichnet werden. Dies stimmt optimistisch für
2013. Unterfüttert wird die Zuversicht vom ifo Geschäftsklimaindex.
Er legte im Januar abermals zu, und damit bereits das dritte
Mal in Folge. Volkswirte werten eine solche Serie gewöhnlich als
konjunkturellen Wendepunkt. In einem sonst eher schwierigen
wirtschaftlichen Umfeld in der Eurozone könnte sich Deutschland
damit einmal mehr als Zugpferd erweisen. Dieser Optimismus
spiegelt sich auch in den deutschen Aktienkursen wider. Der
MDAX® markierte zuletzt neue Rekorde. Der DAX® ist von seinem
historischen Hoch von Juli 2007 bei 8.152 Punkten nicht mehr
weit entfernt. Sollten sich nun die Hinweise für eine anziehende
Konjunktur erhärten, könnte dies die Aktienmärkte 2013 weiter
antreiben.
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