Der kuriose Jahresrückblick
Kaum zu fassen - trotzdem passiert

Das Jahr 2011 hatte einige skurrile Geschichten zu bieten. Sei es der liebeskranke Franzose, der sich an zahlreichen Ortsschildern vergriff oder der Mann, der die Polizei rief, weil seine Frau ihn zum Sex drängte.
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BerlinEine Flucht ins Gefängnis, ein 110-Jähriger auf Brautschau und Drogen unter dem Bauchspeck: Im vergangenen Jahr gab es Nachrichten, die schwer zu glauben waren - und doch stimmten. Für skurrile Meldungen sorgten auch Kinder mit Spendierhosen, Senioren auf der Schulbank und liebesfaule Ehemänner. Besonders töricht stellten sich Verkehrssünder und Gesetzesbrecher an.

Zwei Einbrecher riefen zum Beispiel selbst die Polizei, weil sie in einem Aufzug feststeckten. Einer verletzte sich die Hand - der Freund und Helfer in der Not war die letzte Rettung für das Duo. Nicht weniger unglücklich agierten zwei Kolumbianer, die auf der Flucht vor den Beamten in ein Gefängnis einbrachen - und gleich dort bleiben konnten. Und beinahe noch dümmer war ein JVA-Ausbrecher, der einen Brief an das Gefängnis schrieb - mit korrekter Absenderadresse. Aussichtslos blieb der Versuch zweier Zechpreller, sich in Hamburg mit einem Sprung in die Elbe vor dem Bezahlen zu drücken.

Das waren nicht die einzigen kuriosen Delikte: Ein Franzose schraubte rund 100 Ortsschilder ab, weil er mit ihnen Erinnerungen an seine Verflossene verband. Ein 26-jähriger Sachse schmuggelte mehrere Jahre Drogen unter seinem Bauchspeck. Und in den USA gerieten zwei kopulierende Fallschirmspringer ins Visier der Behörden. In England stellte sich die Polizei selbst dusselig an: Beamte durchsuchten 40 Mal die falsche Wohnung - eine Verwechslung. Nachwuchs erhielt die Polizei in Bocholt: Dort bewarb sich ein Fünfjähriger. Bis dato im Lebenslauf: Besuch des Kindergartens „Über den Wolken“.

Besonders der Straßenverkehr ist für skurrile Nachrichten gut: So wurde ein Auto hochkant in einen Transporter verladen oder ein Wagen mit 22 Menschen besetzt - die Polizei kam zunächst „mit dem Zählen nicht mehr mit“. Aus Angst vor einer Anzeige verschluckte ein Lasterfahrer zwei Tachoscheiben, und ein Fernfahrer auf der A1 stemmte am Steuer seines 40-Tonners Hanteln, während er überholte. Dreist war auch ein Raser, der sich absichtlich dreimal in einer halben Stunde blitzen ließ. „Offensichtlich scheint er nicht auf seinen Führerschein angewiesen zu sein“, kommentierte die Polizei.

Ohne motorisierten Untersatz erreichte im September der deutsche Extremsportler Achim Heukemes New York. Er hatte die USA einmal auf dem Rad durchquert und danach dann auch noch zu Fuß. Die 5000 Kilometer für den Rückweg brachte er in 54 Tagen hinter sich - und rannte jeden Tag mehr als eine doppelte Marathon-Strecke.

Doch es gab auch rührige Geschichten: In Malaysia ging in diesem Jahr ein 110 Jahre alter Mann auf Brautsuche. Zwei Witwen, 70 und 82 Jahre, zeigten Interesse. Eine 73-jährige Frau in Madagaskar, Mutter von 14 Kindern, entschied sich dazu, noch einmal zur Schule zu gehen - als Vollwaise war ihr das nie möglich gewesen. In Kopenhagen warf ein Unbekannter umgerechnet 135.000 Euro in einen Altkleider-Container: „An das Rote Kreuz. Von einem anonymen Spender. Über 40 Jahre zusammengespart“, stand auf den zehn Briefumschlägen. Ein israelischer Junge dagegen verteilte rund 8000 Euro auf dem Schulhof, die er unter dem Kopfkissen seines Vaters gefunden hatte.

Für einen Familienzwist dürfte auch ein genervter Ehemann in Baden-Württemberg gesorgt haben: Er rief die Polizei, weil er keinen Sex mit seiner Frau mehr wollte. Die habe ihn über Jahre immer wieder bedrängt. Die Beamten sollten ihn nun „bei der Durchsetzung seiner Nachtruhe unterstützen“. Echte Gefühle gab es dagegen in Saarbrücken: Ein Mann fiel auf der Straße vor seiner Angebeteten nach einem Streit auf die Knie, erklärte ihr seine Liebe und griff sich dabei ans Herz. Dumm nur, dass eine Passantin irrtümlich von einer Herzattacke ausging und den Notarzt rief.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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