Gesichter der Krise
Lettland - Nähen gegen die Krise

Rosa Shukova ist Chefin eines lettischen Unternehmens, das in Riga Strumpfhosen herstellt. Dort war vor 2008 der Ausdruck „Krise“ noch ein Fremdwort. Heute ist Shukova froh, dass die harten Zeiten überwunden sind.
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RigaMit routinierten Handgriffen prüft Rosa Shukova eine rosafarbene Kinderstrumpfhose. Schnell mit den Fingern an den Nähten entlang, ein prüfender Blick auf das kleine Etikett und zurück auf den Tisch, wo bereits einige Duzend Baumwollstrumpfhosen liegen. Die Packerinnen stehen bereit, um weitere Kartons mit den Strumpfhosen des lettischen Unternehmens Weri Spezials zu füllen.

Unternehmenschefin Rosa Shugova kann ihren Stolz nicht verbergen, als sie durch die Fabrikhallen am Rande der lettischen Hauptstadt Riga führt. Überall rattern vollautomatisch die grünen und weißen Nähmaschinen; die Garnrollen in sämtlichen Rosa-Schattierungen drehen sich fast wie im Takt zu dem monotonen Geräusch der aus der ehemaligen DDR stammenden Nähautomaten.

15 Arbeitsgänge sind notwendig, bis eine Strumpfhose fertig ist. „Das ist sehr viel komplizierter als die meisten glauben“. 190 000 Strumpfhosen stellt Rosa Shukova in einem normalen Monat her. Läuft es besser, sind es auch schon einmal 250 000.

„Unsere Hauptkunden haben wir in Deutschland, Dänemark, der Schweiz und Russland“, sagt die Mittvierzigerin. Während Weri Spezials in diesen Ländern vor allem an große Kaufhausketten liefert, versucht die gebürtige Russin in Lettland, sich mit einer eigenen Marke zu etablieren.

Derzeit ist sie dabei, eine eigene Vertretung für den russischen Markt aufzubauen. Dort will sie ebenfalls mit einer eigenen Kollektion punkten. 107 Mitarbeiter beschäftigt die agile Unternehmerin heute. Vor der ersten Finanzkrise 2008 waren es einige mehr. „Damals hatten wir hier rund 120 Mitarbeiter“, erzählt Shukova.

Damals, vor Ausbruch der globalen Finanzkrise, boomte das kleine baltische Land an der Ostsee. Wachstumsraten im zweistelligen Bereich machten Lettland und seine Nachbarn Estland und Litauen zu den Tigerstaaten der EU. 20 Jahre nach ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion zeigten alle Kurven nach oben. Krise war ein Fremdwort im Baltikum.

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  • Europa müsste sich eine Scheibe von Lettland abschneiden. Go Go Lettland

  • Ja die Letten sind eben realistischer als die Griechen und wollen auch Arbeiten und nicht jede Woche streiken.

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