Monats-Chronik
Oktober 2011: Das Ende Muammar Gaddafis

Ralph M. Steinman wird posthum mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, Gaddafi ist tot, Thailand versinkt im Wasser und in der Ukraine wird Julia Timoschenko zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Oktober 2011 im Rückblick.
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03.10. Ein Nobelpreis wird posthum verliehen. Die Jury spricht dem kanadischen Immunforscher Ralph M. Steinman den Nobelpreis für Medizin zu, ohne zu wissen, dass er kurz zuvor gestorben ist. Weitere Preisträger sind der Franzose Jules A. Hoffmann und der US-Forscher Bruce A. Beutler. Sie haben Schlüsselprinzipien des Immunsystems aufgeklärt.

03.10. Die amerikanische Studentin Amanda Knox wird im Berufungsprozess um den Mord an einer britischen Kommilitonin im italienischen Perugia freigesprochen. Auch ihren Ex-Freund spricht das Geschworenengericht in Perugia vom Vorwurf des Mordes frei. In erster Instanz war Knox zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

04.10. Das Universum dehnt sich immer rascher aus. Für diese Entdeckung erhalten die Astronomen Saul Perlmutter (USA), Brian P. Schmidt (USA/Australien) und Adam G. Riess (USA) den Nobelpreis für Physik.

05.10. Der Nobelpreis für Chemie geht an den Chemiker Daniel Shechtman aus Israel. Er wird für die Entdeckung der Quasikristalle ausgezeichnet.

06.10. Der Nobelpreisträger für Literatur ist der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer. Er weise dem Leser „in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen“, lautet die Begründung der Jury.

07.10. Den Friedensnobelpreis erhalten drei Frauen: Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die liberianische Menschenrechtlerin Leymah Gbowee und die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen. Sie werden für ihren Einsatz gegen Krieg, Gewaltherrschaft und Unterdrückung der Frauen ausgezeichnet.

08.10. Der Chaos Computer Club deckt auf, dass eine „staatliche Spionagesoftware“ gegen rechtliche Vorgaben zur Online-Durchsuchung verstößt. Die Software war der Berliner Hackervereinigung zugespielt worden. Mehrere Bundesländer bestätigen, Trojaner für die Computerüberwachung verwendet zu haben.

09.10. In Thailand wird nach wochenlangem Monsun-Regen die antike Tempelstadt Ayutthaya überschwemmt. Sie zählt zum Unesco-Welterbe. Ende Oktober steht auch die Hauptstadt Bangkok größtenteils unter Wasser. Landesweit gibt es etwa 570 Tote.

09.10. Sebastian Vettel gewinnt vorzeitig seinen zweiten Formel 1-Weltmeistertitel. Der deutsche Red-Bull-Pilot fährt beim Großen Preis von Japan in Suzuka, dem fünftletzten Saisonrennen, auf den dritten Rang.

10.10. Eugen Ruge erhält für seine DDR-Familiensaga „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ den diesjährigen Deutschen Buchpreis.

10.10. Der Wirtschafts-Nobelpreis 2011 geht an die US-Forscher Christopher A. Sims und Thomas Sargent. Sie teilen sich den Preis für ihre weltweit anerkannten Analyse-Modelle zu „Ursache und Wirkung bei volkswirtschaftlichen Entwicklungen“.

11.10. Nach mehr als fünf Jahren Verhandlungen vereinbaren Israel und die radikal-islamische Hamas einen Gefangenenaustausch. Der im Juni 2006 entführte israelische Soldat Gilad Schalit kommt am 18. Oktober im Austausch gegen 1027 palästinensische Häftlinge frei.

11.10. Ein ukrainisches Gericht verurteilt die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft. Sie habe 2009 mit Russland Gasverträge zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen, entscheidet ein Richter in Kiew. Das von der EU heftig kritisierte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

12.10. Deutschlands Tischtennis-Herren werden zum fünften Mal in Folge Europameister. In Danzig (Polen) besiegen Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Baum die schwedische Mannschaft mit 3:0. Boll gewinnt zudem seinen fünften EM-Titel im Einzel und seine 15. EM-Goldmedaille.

13.10. Als letzter der 17 Euro-Staaten stimmt auch die Slowakei für eine Erweiterung des Rettungsfonds EFSF. Die Mehrheit des Parlaments votiert in einer Wiederholungsabstimmung dafür. Über dem Euro-Streit war zuvor die bürgerliche Regierungskoalition zerbrochen.

15.10. Hunderttausende protestieren in 82 Ländern gegen die Macht und Auswüchse der Finanzmärkte. In Deutschland folgen nach Angaben der Mitorganisatoren von Attac mehr als 40.000 Kapitalismuskritiker in etwa 50 Städten dem Aufruf.

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