Politikerin des Jahres
Christine Lagarde - Die Geradlinige

Europa und der Rest der Welt können sich glücklich schätzen, die französische Politikerin Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds zu wissen. Das macht sie zur Politikerin des Jahres.
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Mit Christine Lagarde zeichnet das "Handelsblatt" in diesem Jahr eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Politikerin aus. Sie ist als Nachfolgerin von Dominique Strauss-Kahn an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Diese Ansicht setzte sich nicht nur bei den Regierungen der Länder der Europäischen Union, die sie schließlich geschlossen für die Position vorgeschlagen hatten, schnell durch, sondern auch im Rest der Welt. Dort hatte es zunächst Vorbehalte gegen die Französin gegeben. So wurde etwa gefragt, ob die ehemalige Finanzministerin Frankreichs als IWF-Chefin die nötige Distanz bei der Bekämpfung der europäischen Staatsschuldenkrise aufbringen könne.

Mit der ihr eigenen Kompetenz und Zielstrebigkeit konnte Christine Lagarde aber alle Bedenken ausräumen und hat seit ihrem Amtsantritt als Direktorin des IWF im Juli dieses Jahres bewiesen, dass die Bedenken ihr gegenüber von vornherein vollkommen unbegründet waren.

Ohne falsche Rücksichtnahme spricht die heute 55-Jährige unangenehme Wahrheiten aus und an und ermahnt die Schuldnerländer, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen. Zugleich fordert sie von der Europäischen Union eindeutige und verlässliche Botschaften für die internationalen Finanzmärkte.

Wer klare Positionen vertritt und Probleme offen benennt, macht sich wenig Freunde und zieht zudem unvermeidlich Kritik auf sich. Ich schätze die Entschlossenheit und Geradlinigkeit, die die in Paris geborene Christine Lagarde vom ersten Tag an auch in ihrem neuen Amt gezeigt hat - obwohl ich mit ihr und ihren Ansichten nicht immer einig bin.

Hierzulande stieß besonders die Kritik an den hohen Außenhandelsüberschüssen Deutschlands auf heftigen Widerspruch, die sie noch als Finanzministerin Frankreichs geübt hatte. Man mag diese Kritik für unberechtigt halten. Aber Christine Lagarde hat damit eine zentrale Herausforderung für die Zukunft Europas auf die Agenda gesetzt: die großen Unterschiede in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik und die daraus resultierenden Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU.

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Eine außergewöhnliche Karriere

Kommentare zu " Politikerin des Jahres: Christine Lagarde - Die Geradlinige"

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  • Wo bleibt bei Frau Lagarde der Hinweis auf die Verfahren vor Gericht - ist das gradlinig?

  • Ohne den Handlanger Trichet, der die EZB-Bilanz in eine Risikomüllhalde des französischen Bankensektors verwandelte und ohne die gerichtsnotorische ("Begünstigung im Amt") Lagarde wäre die Triade aus Société Générale, BNP Paribas und Credit Agricole längst Wirtschaftsgeschichte.
    Die durchkorrumpierte Triade wird den Deutschen als "Troika" vorgestellt, wenn es darum geht, mit dem "Eurorettungsmärchen"
    Subventionen zu schnorren.
    Die IWF-Tranchen werden dafür verbraucht, den unbedachten ALt-Gläubigern Griechenlands einen schadlosen Abschied von ihrer Fehlinvestition zu ermöglichen. Die "Hilfstranchen" wandern zu den Alt-Gläubigern, die sich feixend verabschieden - zurück bleiben die entmündigten Bürger der Hilfs-Zahlstaaten, die via Lobbyismus zu unfreiwilligen Neu-Gläubigern Griechenlands werden.

  • Habe gerade zwei Jahre auf Bewährung bekommen für Vorteilsnahme und illegale Einflussnahme. Ich wünsche meiner kleinen Metastase im Geiste viel Glück bei ihrem Prozess wegen Begünstigung im Amt.

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