Rückblick 2011: Unglücksjahr für die Energieversorger

Rückblick 2011
Unglücksjahr für die Energieversorger

Die Energieversorger haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Als Reaktion auf die Katastrophe von Fukushima zog die Bundesregierung den Atomausstieg vor – ein Szenario, auf das die Unternehmen nicht vorbereitet waren.
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DüsseldorfAm Freitag, den 11. März, 14.45 Uhr Ortszeit, ereignet sich in Fukushima eine Katastrophe, die wochenlang die Titelseiten der Zeitungen bestimmt. Und die das Geschäft der Energieversorger in Deutschland für immer verändern wird. Infolge eines starken Erdbebens bildet sich in der japanischen Präfektur Fukushima ein riesiger Tsunami, der das Kühlsystem der gleichnamigen Atomkraftanlage lahmlegt. Die Gegend wird evakuiert, die Verseuchung beginnt.

Menschen auf der ganzen Welt sind geschockt. Die Risiken der Atomkraft sind in ihren Köpfen schlagartig wieder präsent. Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert sofort auf die Unruhe in der Bevölkerung. Vier Tage nach dem Atomunfall lässt sie sieben der ältesten Atomkraftwerke sofort abschalten, zunächst jedoch nur für drei Monate.

Als das Moratorium endet, wird klar: Die Meiler werden nie wieder ans Netz gehen. Die Bundesregierung nimmt die Laufzeitverlängerung aus dem vergangenen Jahr zurück. Acht der insgesamt 17 deutschen Atomkraftwerke werden sofort stillgelegt, die übrigen neun sollen stufenweise bis zum Jahr 2022 vom Netz gehen.

Die Energieversorger reagieren sehr unterschiedlich auf die beschleunigte Energiewende. Während sich Eon-Chef Johannes Teyssen und EnBW-Vorstand Hans-Peter Villis ihrem Schicksal ergeben, wehrt sich der RWE-Chef Jürgen Großmann vehement gegen den Wandel. Auf den Vorwurf, damit verhalte er sich wie ein Dinosaurier, erwidert er trotzig: „Die Dinosaurier haben 164 Millionen Jahre die Welt regiert.“ Mit den Herausforderungen der Energiewende muss er sich zumindest ab kommenden Juli nicht mehr auseinandersetzen. Dann übernimmt sein Nachfolger Peter Terium den Vorstandsvorsitz bei RWE - ein paar Wochen früher als geplant.

Es hilft nichts, der Atomausstieg ist beschlossene Sache. Auf die Konzerne kommen große Schwierigkeiten zu, sie sind ungenügend auf die Umstellung auf erneuerbare Energien vorbereitet.

So beträgt der Anteil von erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung bei RWE derzeit gerade einmal vier Prozent, mit Kernspaltung gewinnt der Konzern hingegen 18 Prozent seines selbst erzeugten Stroms. Den größten Anteil hat mit 37 Prozent am Energiemix immer noch die Kohle, die ist aber wegen der steigenden Abgaben für Verschmutzungsrechte keine gute Alternative zur Kernkraft für die Energieversorger. Bei der Konkurrenz sieht es ähnlich aus: Eon hat aktuell einen Atomkraftanteil von 23 Prozent beim selbst erzeugten Strom. Nur zwölf Prozent seines Stroms gewinnt das Unternehmen aus erneuerbaren Energien. Die beiden Stromriesen weisen nicht gesondert aus, wie groß der Anteil der einzelnen Erzeugungsarten am gesamten Stromabsatz ist.

Der Konkurrent EnBW dagegen informiert auch über die Zusammensetzung des gesamten abgesetzten Stroms - also nicht nur des selbst erzeugten. 42 Prozent des Mixes besteht demnach aus Atomstrom, 20 Prozent aus erneuerbaren Energien. Bis 2020 will das Unternehmen seine jetzige installierte Leistung im Bereich erneuerbare Energien rund verdoppeln.

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