Stratege des Jahres - die Nominierten
Alltagstaugliche Visionäre

Ferdinand Piëch ist der Stratege des Jahres, aber natürlich nicht der einzige Unternehmer, der seinen Konzern entscheidend positionierte. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, sagte einst Altkanzler Helmut Schmidt. Dass das nicht immer stimmt, zeigen diese vier Manager.
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Mathias Döpfner

Der Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer ist immer für Überraschungen gut. So bot der 48-Jährige für Teile der Essener WAZ-Gruppe. Mit seinem Versuch scheiterte der frühere Journalist zwar. Doch er machte klar: Axel Springer ist erste Adresse für Übernahmen und Fusionen in der deutschen Medienbranche - und für frische Ideen. An Geld mangelt es dem von Friede Springer kontrollierten Konzern nicht. Denn die Bilanz glänzt. Und auch an Optimismus fehlt es Döpfner trotz Euro-Krise nicht: "Die Aussichten sind gut, dass 2011 ein weiteres Rekordjahr wird", sagte er. Und für beides gibt es gute Gründe: Döpfner hat das Geschäft des MDax-Konzerns früh diversifiziert. Der "Bild"-Konzern hat in den vergangenen Jahren wie keine andere Zeitungsgruppe sein Internetgeschäft (Aufeminin.com, Seloger.com, Zanox) ausgebaut. Gleichzeitig verstärkte sich Springer im europäischen Ausland, allen voran in der Schweiz und in Osteuropa.

Döpfner, der Intellektuelle unter den Medienmanagern, strotzt derzeit vor Selbstbewusstsein - und scheut deshalb auch nicht vor einer unbequemen Vergangenheitsbewältigung. So suchte der Musikwissenschaftler zuletzt die Aussöhnung mit dem Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff. "Wenn damals Dinge in unserem Haus gelaufen sind, die sich mit unseren Vorstellungen, mit unseren Werten und im Rahmen unseres Handelns nicht vertragen - und so sieht das aus -, dann wollen wir das wissen", sagte Döpfner. Er kündigte eine gründliche Aufklärung an, die der Konzern auch öffentlich machen will.

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