Stratege des Jahres
Ferdinand Piëch - Das Auto-Genie

Porsche, Audi und Volkswagen: Ferdinand Piëch hat die Automobilindustrie in den vergangenen Jahrzehnten geprägt wie kein anderer. Vision und akribische Detailarbeit sind bei ihm keine Widersprüche.
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Der Name Piëch ist in der österreichischen Gesellschaft schon lange ein fester Begriff. In den Erzählungen meiner Eltern tauchte er immer wieder auf. Heute ist der Name Piëch weltweit der Inbegriff für geniale Ingenieurleistungen und beispielhaftes unternehmerisches Wirken weit über die Automobilindustrie hinaus.

Das ist das Verdienst von Ferdinand Piëch, und für diesen Verdienst verleiht ihm das Handelsblatt zu Recht den Titel „Stratege des Jahres“. Eine Auszeichnung, zu der ich Ferdinand Piëch sehr herzlich gratuliere.

Schon seine Diplomarbeit an der Eidgenössischen Hochschule in Zürich über die Entwicklung eines Formel-1-Motors zeigte seinen Sinn für Innovationen, mit dem er die Grenzen des technisch Machbaren ausgelotet und oft genug auch ausgedehnt hat. Eine weitere Konstante im Leben von Ferdinand Piëch ist seine Ausdauer und die Fähigkeit, in langen Zeiträumen zu denken und zu handeln. Ferdinand Piëch ist auch in dieser Hinsicht Unternehmer durch und durch - und vor allem ist er auch ein Familienunternehmer.

 

So war es sicher ein Schlag für ihn, als im Jahr 1972, knapp zehn Jahre nachdem er bei seinem Onkel, dem legendären Automobilpionier Ferry Porsche, eingestiegen war, die Gesellschafter von Porsche beschlossen, dass sich alle Familienmitglieder aus der Geschäftsführung zurückziehen müssen.

Doch Ferdinand Piëch gab nicht auf und ruhte auch nicht, sondern gründete in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro und legte los. In dieser Zeit entwickelte er den Fünfzylinder-Dieselmotor, der zwei Jahre später den Mercedes 240 D 3.0 antreibt.

Und damit nicht genug. Zeitgleich beginnt Ferdinand Piëch auch schon, die Marke Audi neu zu erfinden - und zwar technisch, vom Design her und von der sportlichen Positionierung: Dazu gehören der Fünfzylinder-Ottomotor im Audi 100, der Allradantrieb beim Quattro, mit dem der Rallyesport in eine neue Dimension geführt wurde, die Aluminiumkarosserie des Audi V8 und schließlich der TDI Motor mit Dieseldirekteinspritzung im Jahr 1989.

Und dies sind nur einige Meilensteine, die die Wettbewerber unter Zugzwang, die Zulieferindustrie zu Höchstleistungen und die Kunden in Begeisterung versetzt haben.
Mit dieser Leistung hat sich Ferdinand Piëch nicht nur als genialer Techniker, sondern als ein umfassender und weitsichtiger Unternehmenslenker profiliert.

 

Kommentare zu " Stratege des Jahres: Ferdinand Piëch - Das Auto-Genie"

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  • Wo soll denn da ein Auto-Genie sein?

    Als Verantwortlicher, z.B. bei VW hat er doch nur Chaos und miserable Qualität hinterlassen.
    Bei Porsche hat er auch nichts zu Wege gebracht, sondern Wiedeking hat Porsche aus der Pleite geführt, nicht Piech!!

    Piech hat wohl auch Wiedeking in den VW-Porsche-Deal reingezogen, so auf die Tour, wenn es klappt, bin ich, Piech, er Boss von Porsche und VW, wenn es nicht klappt auch.

    Piech ist ein totaler Lobbyist, ein Manipulator, aber von wegen Auto-Genie!!

    Sagen Sie mir mal eine Erfindung von Piech, die sein Genie beweist.

  • Der erste Dieseldirekteinsprizter in einem Pkw war 1987 im Fiat Croma

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