Umsteiger des Jahres
Axel Weber - der Glücksfall

Er ist der Umsteiger des Jahres: Ex-Bundesbankchef Axel Weber. Von der Notenbank zum privaten Institut: Weber hat Expertise und Haltung bewiesen - und sich so für einen Topjob bei der Schweizer UBS empfohlen.
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DüsseldorfMit seinem Wechsel an die Spitze des Verwaltungsrats der Schweizer Großbank UBS springt der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber nicht in eine ihm fremde Parallelwelt. Denn hier wie dort hat er es mit einem Stoff zu tun, der ihn bisher bei allen seinen Karrierestationen beschäftigt hat: mit Geld.

Mehr noch. Heute, in Zeiten der hartnäckigen, womöglich noch eskalierenden Finanzkrise, muss sich das Handeln des Chefaufsehers einer "systemrelevanten" Großbank auch aus dem Credo eines der Allgemeinheit verpflichteten Notenbankers speisen. Der Banker hat zwar die privaten Interessen seiner Aktionäre und Kunden zu bedienen, darf aber das Wohl der Volkswirtschaft nicht aus den Augen lassen. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Fundament des Geldes, um das Vertrauen der Menschen in dessen langfristige Werthaltigkeit. Diese Basis zu stabilisieren und wieder auszubauen - das ist die zentrale Herausforderung, der sich Weber künftig, wie jeder andere Banker auch, zu stellen hat.

Aber als Verwaltungsratspräsident der UBS erwartet ihn noch mehr. Mit der schweren Schieflage 2008, dem belastenden Steuerstreit mit us-amerikanischen Behörden sowie dem Londoner Handelsskandal, der 2,3 Milliarden Dollar kostete, hat das Institut viel Vertrauenskredit verspielt. Das mag manchem Wettbewerber zunächst recht sein. Und doch ist diese Entwicklung mitnichten nützlich. Denn die so ausgelöste Flut von Negativschlagzeilen ist weder gut für andere Banken noch für den Finanzplatz Schweiz.

Insofern übernimmt Axel Weber mit der Verantwortung für das Schicksal der UBS auch eine Mission für die gesamte Eidgenossenschaft. Sein Haus braucht eine Reorientierung, der Finanzplatz Schweiz Orientierung. Aus meiner Sicht lautet die Marschroute dabei: Sicherheit geht vor Rendite. Ich bin zuversichtlich, dass Weber als ehemaliger Notenbanker und renommierter Volkswirt keinen Zweifel daran lassen wird, dass Stabilität und Solidität das Gebot der Stunde sind - ja darüber hinaus das Gebot für das nächste Jahrzehnt.

In den fast drei Jahrzehnten seines bisherigen Berufslebens war Axel Weber Wissenschaftler und Währungshüter, sah sich also stets der Wahrheit und dem großen Ganzen verpflichtet. Er lehrte und forschte bis 2004 an der Kölner Universität. Als Mitglied im Rat der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen beriet er die Politik in Berlin und lenkte dann in den vergangenen sieben Jahren bis zum Frühjahr 2011 die Deutsche Bundesbank.

 

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