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18.07.2008 
Olympia

IOC: Sperre bei Nicht-Abstellung für Olympia

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltfußball-Verband (Fifa) nehmen die Bundesliga-Clubs in die (Abstellungs)-Pflicht und drohen bei einer verweigerten Freigabe von Spielern für das Turnier in Peking mit Sanktionen.

Jacques RoggeLupe

"It„s sad, I had hoped that the new generation would bring a new attitude," Rogge said. (archive picture)

dpa LAUSANNE. "Die Regel ist eindeutig. Wenn ein Verein den Spieler nicht freistellt, wird der Spieler für die Dauer des Olympia-Turniers gesperrt", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge der Deutschen Presse-Agentur dpa. Und ergänzte: "Die Fifa hat die Vereine an diese Regel erinnert und vor ein paar Tagen einen dementsprechenden Brief rausgeschickt."

Unterstützt wird der IOC-Chef von der Fifa, deren Sprecher Alain Leiblang auf dpa-Anfrage bestätigte: "Wir haben die Clubs informiert, dass sie die U 23-Spieler abstellen müssen". Dies bedeutet: Wenn ein von seinem National-Verband angeforderter Spieler anno 2008 23 Jahre alt geworden oder jünger ist, muss der Verein ihm die Freigabe erteilen. Einzige Ausnahme: Der Spieler will gar nicht am Jahres-Höhepunkt in Peking teilnehmen und verzichtet von sich aus. Der Weltverband übe zwar zunächst keinen Druck auf die Clubs aus, aber bei Nichteinhaltung der Regel werde jeder Fall einzeln von der Disziplinarkommission des Weltverbandes behandelt, betonte Leiblang.

Rogge bringt zwar Verständnis für die Bedürfnisse der Vereine auf, die angesichts der während der Olympischen Spiele (8. bis 24. August) beginnenden Saison "ihre Profis für die Liga oder die Champions League brauchen" und Angst haben, dass diese sich verletzen könnten. Aber dies ändert am Grundsatz nichts: "Ich freue mich sehr über die Unterstützung der Fifa und Joseph Blatter. Sie haben die Vereine daran erinnert, dass sie die Spieler abstellen müssen", betonte Rogge. Er zeigt sich zudem sehr froh darüber, "dass so viele Spieler zu Olympia wollen. Ronaldinho zum Beispiel wird dabei sein."

Die Bundesligisten halten indes an ihrem Konfrontationskurs fest. Leistungsträger wie die Brasilianer Diego (Werder Bremen) und Rafinha (Schalke 04) sowie der Belgier Vincent Kompany (Hamburger SV) oder der Nigerianer Chinedu Obasi (1 899 Hoffenheim) sollen nach Aussagen ihrer Arbeitgeber während Olympia im Vereins- statt im Nationaltrikot auflaufen. Die Clubs berufen sich darauf, dass zwar das olympische Frauen-, nicht aber das Männer-Turnier auf dem offiziellen Fifa - Kalender steht. Daher kann Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs auch Rogges Androhung nicht nachvollziehen. "Laut Statuten gibt es eine solche Anordnung nicht. Wir haben keine einzige schriftliche Erklärung der Fifa oder des IOC, dass wir jemanden abstellen müssen."

"Abstellungspflicht besteht nur für Spiele, die im Rahmentermin-Kalender der Fifa festgelegt sind. Dies betrifft Olympia nicht. Da kann die Fifa auch nicht mit Sperren drohen", sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Und ergänzte: "Wir haben vor einigen Tagen noch ein Schreiben der Fifa erhalten, in dem an das Gewohnheitsrecht für die Abstellung von Spielern erinnert wurde."

Sein Club will daher Constant Djakpa (21 Jahre/Elfenbeinküste) nicht freigeben. "Wir haben fünf Spieler zur U 19-EM abgestellt, hatten durch die Fußball-EM Abstellungen und jetzt können wir unsere Saison-Vorbereitungsspiele nur mit 13 Spielern absolvieren. Es geht einfach nicht mehr", begründete Holzhäuser. Djakpa indes hat betont, in Peking unbedingt dabei sein zu wollen. Im "Express" sagte er: "Nach Olympia kommt man nur einmal, und ich spiele dort für mein Land. Ich fliege zu den Olympischen Spielen".

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