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10.04.2008 
Aktienkurs bricht ein

American stürzt US-Fluggäste ins Chaos

von Matthias Eberle

Die Serie von kurzfristigen Flugzeug-Stilllegungen im US-Luftverkehr weitet sich zu einem Debakel mit ungeahnten Ausmaßen aus. Die mit einer Flotte von mehr als 600 Jets größte US-Fluggesellschaft American Airlines musste am Mittwoch mehr als 1 000 Flüge absagen, weil die Luftfahrtbehörde FAA erneute Inspektionen an allen 300 Flugzeugen des Typs MD-80 verlangte.

Frustierte Fluggäste warten am O'Hare International Airport in Chicago. Foto: apLupe

Frustierte Fluggäste warten am O'Hare International Airport in Chicago. Foto: ap

NEW YORK. Schon tags zuvor hatte AMR aus dem gleichen Grund 460 Flüge streichen müssen. Während Zehntausende von Passagieren - in erster Linie an den American-Drehkreuzen Chicago und Dallas - ein neuerliches Verkehrschaos erlebten, gingen die Aktien des American-Mutterkonzerns AMR Corp. in den Sinkflug über. Am Nachmittag New Yorker Zeit lagen sie mit mehr als zehn Prozent im Minus und fielen deutlich unter die Zehn-Dollar-Marke. Damit ist der einst weltgrößte Flugkonzern an der Börse nur noch 2,5 Mrd. Dollar wert, etwa dreimal weniger als der irische Billigflieger Ryanair.

Chairman und Konzernchef Gerard Arpey sah sich gestern zu einer Presseerklärung veranlasst, in der er sich für die Unannehmlichkeiten bei der Kundschaft entschuldigte: "Unsere Beschäftigten arbeiten hart daran um sicherzustellen, dass wir die Fluggesellschaft ihrer Wahl bleiben", schrieb Arpey.

Damit wird der US-Flugvekehr mehr und mehr zum Chaosbetrieb. Neben American Airlines hatten in den vergangenen Tagen und Wochen bereits Southwest, Delta und United Airlines zahlreiche Flüge absagen müssen, um Sicherheitsüberprüfungen an ihren teils veralteten Maschinen durchzuführen. Im März 2007 verhängte die Luftfahrtbehörde FAA eine Strafe von 10,2 Mill. Dollar gegen Southwest, weil die Billigfluglinie Sicherheitsinspektionen verpasste und dennoch mit einigen der betroffenen Jets Passagiere transportierte. Die seit Jahren unterkapitalisierten US-Fluglinien werden nach Jahren der Erholung durch die weiter galoppierenden Kerosinkosten in den nächsten Existenzkampf getrieben, den kleinere Wettbewerber bereits aufgeben: Mit Skybus, ATA und der Hawaii-Linie Aloha Airlines mussten innerhalb kurzer Zeit drei Fluggesellschaften Insolvenz anmelden.

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