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14.07.2008 
Nach ICE-Unfall

Bahn-Fernverkehr weitgehend planmäßig

Nach dem ICE-Unfall in Köln hat sich die Lage im Bahn-Fernverkehr am Montag offenbar entspannt: Laut Bahn werden 95 Prozent der ICE-3-Verbindungen wieder angeboten. Derweil sind die näheren Umstände des Unfalls nach wie vor unklar.

Rund 95 Prozent der ICE-3-Verbindungen werden wieder angeboten. Foto: apLupe

Rund 95 Prozent der ICE-3-Verbindungen werden wieder angeboten. Foto: ap

HB BERLIN. Nach dem umfassenden Sicherheitscheck der ICE-3-Flotte ist der Bahnverkehr Montag wieder weitgehend planmäßig verlaufen. Rund 95 Prozent der ICE-3-Verbindungen würden vollständig angeboten, sagte eine Bahn-Sprecherin in Berlin. Allerdings könne es Einschränkungen geben, da verkürzte Züge eingesetzt würden. Bei den geprüften Zügen konnten bisher keine Mängel festgestellt werden.

Nach Bahn-Angaben sind 36 der insgesamt 67 ICE-Züge der dritten Generation wieder im Einsatz. Probleme gab es am Montag noch auf der Strecke von Köln nach Mainz, wie die Sprecherin sagte. Auf dem Weg von Frankfurt nach Amsterdam und nach Brüssel müssen Fahrgäste derzeit in Köln umsteigen.

Unterdessen sind die näheren Umstände des ICE-Unfalls vom Mittwoch, der die Überprüfung der ICE-3-Züge notwendig machte, noch immer unklar. Die Kölner Staatsanwaltschaft wusste auch am Montag noch nicht, wer kurz nach der Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof Köln die Notbremse betätigt hatte. Der Zug war bei Schritttempo aus den Gleisen gesprungen. Ursache war eine defekte Radsatzwelle, wie das Eisenbahn-Bundesamt als zuständige Aufsichtsbehörde bestätigte.

Der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Günther Feld, sagte am Montag, seine Behörde wisse noch nicht, wer die Notbremse gezogen habe. "Wir werden es aber rauskriegen." Für die Ermittlungen sei wichtig, was der Betreffende in dem Moment wahrgenommen und warum er die Situation als gefährlich eingestuft habe. Die Bahn blieb am Montag bei ihrer Darstellung, dass "das Fahrpersonal den Zug gestoppt" habe. Zur Frage, ob die Notbremse gezogen worden sei und wenn ja, von wem, wollte sich Bahnsprecher Kornmann nicht äußern.

Mehrere Reisende hatten ausgesagt, ein Fahrgast habe die Notbremse gezogen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es sei letztlich unerheblich, wer aktiv geworden sei. "Wenn ein Fahrgast näher an der Bremse saß, ist es doch egal, wer die Bremse gezogen hat." Wichtig sei: "Warum hat er sie gezogen, was hat er gehört", meinte Feld. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass dieser Aspekt in spätestens zwei Wochen geklärt sei.

Bei den am Montag weiter ausgefallenen und verkürzten Zügen mit hinfälligen Platzreservierungen wollte sich die Bahn kulant zeigen: "Wir bedauern das, die betroffenen Fahrgäste erhalten eine Erstattung", sagte Kornmann. Reisende, die mit gestrichenen ICE fahren wollten, können ihre Fahrscheine kostenlos umtauschen oder sich das Geld erstatten lassen. Fahrkarten mit Zugbindung können für die nächste geeignete Verbindung umgeschrieben werden. Inhaber von Zeitkarten erhalten eine anteilige Erstattung.

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