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29.05.2008 
Lukrative Klientel

Billigfluglinien entdecken den Geschäftsreisenden

von Tanja Kewes

Die führenden Billigfluggesellschaften Europas buhlen um lukrative Geschäftskunden. Die Strategien von Easyjet, Germanwings und Flybe sind dabei so unterschiedlich wie die Outfits ihrer Flugbegleiter.

DÜSSELDORF. Die britische Billigfluglinie Easyjet, die für den Kampf um Geschäftskunden grundsätzlich besser gerüstet ist als der größere irische Konkurrent Ryanair, da ihre Maschinen überwiegend von großen Flughäfen abheben, brach gleich ein Tabu. Easyjet verkauft die Tickets seit einigen Monaten nicht mehr nur direkt über das Internet, sondern auch über Reisebüros. Flybe, die zweite britisch Billigfluglinie, die überwiegend Inlandsflüge absolviert, wirbt bereits mit einem Vielfliegerprogramm und bietet in der Klasse „Economy Plus“ mehr Service wie Verpflegung an Bord.

In die Offensive ist auch Germanwings gegangen. Die Billigflugtochter der Lufthansa bietet seit vergangenem Jahr einen flexiblen Tarif zum Festpreis von 169 Euro für alle innerdeutschen Strecken an, mit kostenloser Umbuchung und Stornierung. Inhaber der Kreditkarte von Germanwings und der Deutschen Kreditbank können kostenlos einen Sitzplatz reservieren und mehr Freigepäck mitnehmen.

Air Berlin, zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, treibt den Aufstieg zur Linienfluggesellschaft massiv voran. Mit der Übernahme der Ferienfluglinie LTU stieg Air Berlin nicht nur in das Langstreckengeschäft ein. In die Business-Class wird kräftig investiert. Die neue Premium Business Class soll ab November in den Maschinen nach Nordamerika installiert sein (s. a. S. B 04).

Die Billig-Airlines entdecken, dass Geschäftskunden die treuere Klientel sind – und zwar gerade auch in einer Konjunkturkrise. In Großbritannien etwa geht das Passagierwachstum der vergangenen Jahre nahezu vollständig auf das Konto von Ryanair und Easyjet. Doch die Nachfrage nach Partywochenenden auf Ibiza oder nach Städtetrips nach Barcelona dürfte in wirtschaftlich schlechten Zeiten schneller und nachhaltiger einbrechen als die nach Geschäftsreisen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Jagd auf Geschäftsreisenden ist kein Selbstläufer

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