Doch nicht nur die schnellere Verbindung zum Kontinent läutet in London die neue Ära des Schienenverkehrs ein. Nach der Renovierung erstrahlt das architektonische Meisterwerk St. Pancras mit seiner neugotischen Fassade im neuen Glanz. Nach dem Vorbild des New Yorker Grand Central verspricht der Bahnhof nicht nur Reisende zu locken, sondern auch Architekturliebhaber und Shopping-Freunde, die sich an der 90 Meter langen Champagnerbar vom Einkaufen in den umliegenden Boutiquen erholen können. 2009 soll in dem Bahnhof auch das von George Gilbert Scott entworfene Luxushotel Midland Grand Hotel wieder eröffnen.
Die 1868 erbaute Station gleich neben dem Bahnhof King's Cross, wo Zauberlehrling Harry Potter regelmäßig in den Hogwarts Express stieg, ist ein Schmuckstück des viktorianischen Zeitalters. Dreck, der sich 150 Jahre lang auf dem Ziegelsteingebäude gesammelt hatte, wurde entfernt, das Dach wurde mit 18 000 selbstreinigenden Glasscheiben versehen und 20 000 Liter originalgetreue Farbe wurden für das Eisenwerk verbraucht.
„Das wird eine neue Ära des Zugreisens sein“, sagte Eurostar-Chef Richard Brown im Vorfeld. Zuvor muss er allerdings noch sein vermutlich größtes Projekt hinter sich bringen: Den Umzug der Eurostar-Züge von Waterloo nach St. Pancras, für den die 17 rund 800 Tonnen schweren Züge in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verfrachtet werden müssen. Danach müssen sie nur noch pünktlich kommen.


