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19.01.2007 
Orkan „Kyrill“

Chaostage bei der Bahn

Der Orkan „Kyrill“ forderte mindestens zehn Tote und verursachte Millionenschäden. Der Bahnverkehr kam zum Erliegen, auch am Freitag standen viele Züge, für zahlreiche Kunden gab es ein Informationschaos. Wo die Bahn wieder fährt, ist weiter unklar.

Der Berliner Hauptbahnhof war am Freitag teilweise gesperrt, Foto: dpa Lupe

Der Berliner Hauptbahnhof war am Freitag teilweise gesperrt, Foto: dpa

HB BERLIN. Das Chaos bei der Deutschen Bahn hält an. Nachdem die Bahn in der Nacht zu Freitag erstmals in ihrer Geschichte zeitweise ihren Betrieb komplett eingestellt hatte, kommen die Züge nur langsam wieder ihn Fahrt. „Spätestens heute Nachmittag“ sollen aber die meisten Strecken wieder befahrbar sein, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Vormittag im Berliner Hauptbahnhof.

Im Hauptbahnhof war in der Nacht ein zwei Tonnen schwerer Stahlträger aus der Fassade gestürzt. Der Knotenpunkt musste für den Fernverkehr gesperrt werden, wurde aber nach Angaben der Bahm inzwischen wieder freigegeben. Bundesweit müssen sich die Fahrgäste weiterhin auf Zugausfälle, Verspätungen und andere Probleme einrichten. Unter der Nummer 08000 - 996633 wurde eine kostenlose Informations-Hotline eingerichtet.

Bahnkunden berichten jedoch, die Nummer sei kaum erreichbar. Damit setzt sich auch das Informationschaos vom Donnerstag fort. Über lange Zeit war unklar, ob der Fernverkehr bundesweit oder nur im Norden und Westen gesperrt sei. Von der Bahn gab es dazu widersprüchliche Angaben. Zehntausende Kunden saßen fest und wussten nicht ob und wie es weitergeht. Die Probleme setzten sich auch am Freitagvormittag fort.

Mehrere Strecken sind noch immer nicht befahrbar. Die Deutsche Bahn berichtet im » Internet über bestehende Störungen. Einschränkungen infolge des Orkans „Kyrill“ gibt es nach Angaben der Bahn derzeit vor allem noch in Teilen von Berlin/Brandenburg, Süddeutschland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Westfalen.

Auf folgenden Strecken fahren die Züge des Fernverkehrs inzwischen wieder:

Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover
Hannover-Göttingen
Berlin-Dresden
Dortmund-Münster
Köln-Aachen-Brüssel, Köln-Frankfurt
Kassel-Frankfurt, Frankfurt-Karlsruhe-Basel
München-Stuttgart sowie Dresden-Leipzig-Frankfurt/Main.

Seit dem Mittag ist auch der Berliner Hauptbahnhof wieder voll in Betrieb, erklärte das Unternehmen. Der Nahverkehr konnte bereits in den Morgenstunden vielerorts wieder aufgenommen werden. Die S-Bahnverkehre in den Ballungsräumen laufen weitgehend.

„Die Wiederaufnahme des Betriebs ist wie ein Puzzle, das geht peu a peu und wir sind jetzt bei den ersten Teilen“, sagte Bahnsprecher Martin Walden am Freitagmorgen. Grund der Probleme am Freitag sind nicht nur die Schäden, sondern auch Züge, die ihre Ziele in der Nacht nicht erreicht haben und daher am Morgen auch nicht zur Verfügung stehen.

Der S-Bahnverkehr sei leichter wieder in Gang zu bringen, weil in den Großstädten weniger Bäume auf die Gleise fallen können und die S-Bahnen meist geschlossene Systeme seien. Ausnahme ist München, wo manche S-Bahnstrecken am Freitagmorgen noch unterbrochen sind.

Insbesondere in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein fahren die Züge des Nahverkehrs wieder, teilweise jedoch langsamer als sonst. Im Süden, Südosten und Nordosten sowie Nordrhein-Westfalen kommt es nach wie vor zu erheblichen Behinderungen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Stahlträger fliegt durch Berliner Hauptbahnhof

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