Spektakuläre Flugzeugabstürze ängstigen auch Geschäftsreisende. In allen Branchen-Kategorien gibt es sicherheitsrelevante Technik-Probleme, die die Passagiere gefährden. Wenn die hohen Standards aber befolgt werden, ist die Gefahr begrenzt.
HAMBURG Die Pannenserien bei der australischen Fluggesellschaft Qantas
, der Absturz einer Maschine der zum Airline-Bündnis Star Alliance gehörenden Fluggesellschaft Spanair in Madrid, ein weiterer von Aeroflot letzte Woche, Probleme beim irischen Billigflieger Ryanair
- die Flugsicherheit ist ins Gerede gekommen. Die Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden betonen unisono, dass sie Menschen und Maschinen unter Kontrolle haben: Fliegen sei nach wie vor sicher.
Das betonte auch die australische Luftfahrtbehörde CASA nach den Pannen bei Qantas
. Gleichwohl gab sie dem nationalen Carrier auf, seine Wartungsabläufe zu verbessern. Das Vorzeigeunternehmen mit dem Känguru-Emblem auf der Heckflosse stand auf einmal am Pranger. Und das, obwohl es unter Luftfahrtexperten als sicherste Airline weltweit gilt: Seit 1951 gab es bei der Fluggesellschaft keinen tödlichen Unfall Doch ob renommierter Linien-Carrier, junger Billigflieger oder Urlaubs-Jet - in allen Branchen-Kategorien gibt es sicherheitsrelevante Technik-Probleme, die die Passagiere gefährden bis hin zum tragischen Tod. Zwar stellen Airlines allenthalben das Wohl der Fluggäste in den Mittelpunkt ihrer Unternehmens-Philosophie, doch der penible Umgang mit strengen Sicherheitsvorschriften wird offenbar mancherorts eher lax befolgt.
"Wir haben mit die höchsten Sicherheits-Standards auf der Welt", sagt ein Sprecher derLufthansa-Technik-Sprecher Thomas Erich. Deutschlands größte Fluglinie führt regelmäßig eine Reihe von technischen Überprüfungen durch. Das reicht von den einfachen Pre-Flight-Checks, bei denen die Betankung der Maschine und ein Außencheck des Flugzeugs selbst im Mittelpunkt stehen. Und geht bis zu den so genannten "Letter Checks" A - D. Die umfassendste Untersuchung wird in der Kategorie D durchgeführt und steht alle sechs bis zehn Jahre an. Dabei wird der Flieger in bis zu 60 000 Arbeitsstunden über einen Zeitraum von vier Wochen auf Herz und Nieren geprüft und gegebenenfalls sogar neu lackiert. Nach dieser technischen Frischzellenkur ist die Maschine wie neu.
Ein guter Indikator für einen hohen Sicherheits-Standard sind immer betriebseigene Zusatzleistungen, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen. So schreibt das Gesetz in Deutschland vor, dass Verkehrspiloten zweimal im Jahr ein Flugsimulator-Training absolvieren müssen. "Bei der Lufthansa
sind es doppelt so viele, so ein Unternehmenssprecher . Einige Qualitäts-Carrier beschäftigen auch Sicherheitspiloten, die neue interne Schulungskonzepte auf Realitätstauglichkeit überprüfen.
Doch auch die vermeintlichen Billigflieger von Air Berlin
gehören zu den sichersten Fluglinien weltweit. Sie haben ähnlich differenzierte Checklisten wie die Lufthansa
und warten ihr Gerät auf den eigenen Basen und teilweise durch Kooperations-Verträge auf Fremdstationen etwa bei KLM und Lufthansa
.


