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11.04.2008 

Auch Air Berlin kommt unter Druck. Foto: apLupe

Auch Air Berlin kommt unter Druck. Foto: ap

Bisher kannten die Flugdiscounter ihre Betriebskosten eigentlich nur im Sinkflug, seit Vorreiter Ryanair 1999 mit der ersten Landung auf dem Provinzflughafen Hahn im Hunsrück die Billig-Ära in Deutschland einläutete und die von der Lufthansa diktierten Preise von 400 Euro pro Flug aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängte.

Nun steigen die Ausgaben der Fluglinien erstmals auf breiter Front. "Und das müssen gerade die Billigflieger in Form höherer Preise an die Kunden weitergeben", sagt Jürgen Ringbeck, Luftfahrtexperte bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Der Transfer gelingt ihnen aber nicht vollständig, sodass die Gewinne der meisten Anbieter sinken - und sich die gesamte europäische Billigflugbranche in einer letzten Welle neu ordnen muss.

Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton hat die Wirtschaftswoche die großen Luftfahrtdiscounter unter die Lupe genommen. Das Resultat der Exklusivstudie: Der Endkampf wird so hart, dass selbst eine große Linie wie Air Berlin unter Druck gerät. "Sie kann auf Dauer nur überleben", sagt Berater Ringbeck, "wenn sie neben ihrem Stammgeschäft auf der Kurzstrecke erfolgreich den Langstreckenverkehr ausbaut."


Tabelle  Infografik: Was noch? – Kosten für eine Hin- und Rückreise von Berlin nach London im Vergleich


Für den größten Kostenschub sorgt das Flugbenzin. Der Preis für den Jet A genannten Treibstoff kletterte seit 2004 auf das Dreifache - seit 1998 hat er sich verzehnfacht. Das allein hebt die Betriebskosten um bis zu 20 Prozent.

Neben dem Tankwart schicken die Flughäfen höhere Rechnungen. Bisher lebte das Gros der Billigflieger davon, dass ihnen besonders Provinzpisten bei den Preisen für die Abfertigung entgegenkamen. Das werden die Wettbewerbsbehörden seltener durchgehen lassen. Und da sich viele etablierte Fluglinien wieder erholt haben, wachsen größere Flughäfen auch ohne Rabatte für Billigflieger.

Und auch die Hersteller und Vermieter von Flugzeugen wollen mehr Geld. Weil die bei den Billigfliegern üblichen 150-Sitzer von Airbus und Boeing vor allem in Indien und China sehr begehrt sind, stieg die monatliche Leasingrate pro Maschine seit Januar 2006 von 200 000 auf derzeit gut 350 000 Euro.

"Auch die Verkaufspreise für neue Jets haben sich erfreulich entwickelt", sagt Louis Gallois, Chef der Airbus -Mutter EADS. Wer sich nicht wie Easyjet und Ryanair in der Krise Maschinen zu Rekordpreisen gesichert hat und nun neue Leasingverträge abschließt, muss pro Flug allein gut 600 Euro mehr einnehmen, um Gewinn zu machen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Telefonische Beratung so teuer wie Telefonsex

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