Für die Linien ist das ärgerlich, denn den leeren Platz hätten sie noch an einen eiligen Geschäftsreisenden verkaufen können. Der zahlt bis zum Vierfachen - und freut sich noch, weil er damit meist günstiger reist als mit einer etablierten Linie. "Da ein zusätzlicher Passagier fast keine zusätzlichen Kosten verursacht", sagt Berater Ringbeck, "fließt dieser zusätzliche Umsatz fast komplett ins Ergebnis."
Natürlich ist die Überbuchung riskant. Denn Linien, die einen fest gebuchten Kunden am Flughafen zurücklassen, müssen bis zu 400 Euro Entschädigung bezahlen, sowie eine Mahlzeit und notfalls eine Übernachtung. "Doch das kostet im Schnitt deutlich weniger als wir zusätzlich umsetzen", sagt ein Billigflugmanager. "Nicht zuletzt, weil wir die Ansprüche ,abgeladener? Kunden nicht immer mit der allerhöchsten Priorität bearbeiten."
Das Ergebnis des Endspiels wird das freilich nicht verändern. Bereits heute gibt es in Europa nur drei Billigflieger, sagt JP-Morgan-Analyst Avery, "Air Berlin, Easyjet
und Ryanair.
Alle anderen spielen von ihrer Bedeutung mindestens eine Liga darunter und können praktisch nicht mehr aufsteigen."
Die Kunden hingegen sollten sich über die höheren Preise nicht ärgern, sondern sie genießen. Denn so sehr die Preise auch steigen mögen. Am Ende wird fliegen immer noch weniger kosten als in der Zeit vor den Billigfliegern. Damals - mancher erinnert sich noch vage - war Fliegen Luxus, und wer zum Jet-Set gehörte, hatte einfach unanständig viel Geld. So schlimm wird?s wohl nicht mehr kommen.


