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21.04.2008 
Golfen auf den schönsten Plätzen der Erde

Mit dem Schläger auf Entdeckungsreise

von Helmut Werb

Golfreisen sind für die meisten Menschen pure Lustreisen. Für Alex Cejka, neben Bernhard Langer der einzige Deutsche auf der PGA-Tour, sind sie dagegen Geschäftsreisen. Der Profigolfer kennt die besten Greens der Welt - und verrät, wo sich ein Besuch auch für Amateure lohnt.

Alex Cejka in seinem Element: Die mit Profi-Golfern gleichgesetzte fein-vornehme Zurückhaltung war noch nie seine Stärke. Foto: APLupe

Alex Cejka in seinem Element: Die mit Profi-Golfern gleichgesetzte fein-vornehme Zurückhaltung war noch nie seine Stärke. Foto: AP

DÜSSELDORF. Dass Cejka ein ausgewachsenes PGA-Turnier in New Orleans ohne Gepäck und ohne eigene Schläger spielte, ist eine Geschichte für sich. Als er am Turnier-Samstag den Cut zur Zurich Open in Louisiana verpasste, setzte er sich in den Flieger zurück in die Heimat Las Vegas.

Kurz nach der Landung erhielt er einen Anruf, dass er aufgrund eines Unwetters doch für die letzte Runde in New Orleans spielberechtigt sei. Um das Preisgeld fürs Finale nicht zu verpassen, nahm Cejka sofort den nächsten Flieger nach Houston – den einzigen möglichen Flug in die Richtung –, ohne auf sein Gepäck und die Golfschläger zu warten.

Um ein Uhr morgens kam er in Houston an. „Dort mietete ich mir ein Auto, kaufte mir sechs Red Bull und fuhr die ganze Nacht durch“, erinnert er sich. Kurz nach sechs Uhr morgens kam er in New Orleans an, lieh sich einen Satz Schläger und ein frisches Hemd und stand 60 Minuten später am ersten Abschlag. „Ich spielte meine beste Runde der Woche.“

Cejka ist solch Ungemach gewöhnt. Als Jungprofi hatte er, für ihn selbst überraschend, eine kurzfristige Zusage für die Johnny Walker Classic in Phuket erhalten, als er gerade auf dem Trainingsplatz in Florida stand. Innerhalb weniger Stunden war der Golf-Nomade über Los Angeles und Hongkong auf dem Weg nach Thailand, die Schläger waren unterwegs verschollen und tauchten erst kurz vor dem Abschlag wieder auf, aber Cejka spielte trotzdem.

Die mit Profi-Golfern gleichgesetzte fein-vornehme Zurückhaltung war noch nie Cejkas starke Seite. Der Mann hat Ecken und Kanten und ist auch noch stolz darauf. Mit ansetzender Pubertät war sein Berufswunsch Frauenarzt, mit 17 schockte er seine Eltern, als er dann doch lieber Golf-Profi wurde. In den 90er-Jahren mischte er die feine Society europäischer Golfturniere auf, als er in einem unerhört roten Ferrari einige der wichtigeren Verkehrsregeln missachtete.

Er bevorzugte, na sagen wir mal, ungewöhnliche Kleidung, und bis vor kurzem dienten sich seine eigenen Berater und Kollegen an, ihm das wuselige Haupthaar unter der wilden Wollmütze zu schneiden (mittlerweile hat er das selbst besorgt). Er sei halt ein „Individualist“, erklärt er sich selber, ein „Künstler“ gar, und wenn man ihn an einem guten Tag auf der amerikanischen PGA erwischt, nimmt man ihm die Kunst sogar ab. Mit einem Eisen drei kann der Mann Sachen machen, die selbst gestandenen Golfern den grünen Neid ins Gesicht jagen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit enormer Konsequenz steckte der 38-Jährige persönliche Rückschläge weg

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