Und nun sitzt er seit fünf Jahren in den USA, erst in Florida, jetzt in Las Vegas, und jagt dem Traum von PGA-Siegen nach, anstatt sich wie jeder anständige Profi-Golfer in Europa mit der Elite der Alten Welt zu messen. Das ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Siehe oben.
Aber Cejka, den ewigen Rebellen der elitären Golfer-Schicht, scheint das wenig zu stören. Wenn sich Sieger-Typen wie Mickelson oder Davis Love III den obligatorischen Pokal gern im Kreis von Frau und Kindern überreichen lassen (auch weil sich das bei der werbetreibenden US-Wirtschaft gut macht), käme der Künstler Cejka eher auf die Idee, das Polohemd noch einen Knopf weiter zu öffnen und sich eine Sieger-Zigarre anzuzünden.
Neben der selbst in der Heimat des Profi-Golfsports bewunderten Legende Langer ist Cejka der einzige Deutsche, der sich in den USA behaupten kann, wenn auch meist nicht auf den vorderen Plätzen, aber immerhin mit einer Leistung, die ihm talentierte Jungspunde wie Martin Kaymer erst noch nachmachen müssen.
Mit enormer Konsequenz steckte der 38-Jährige persönliche Rückschläge wie seine Scheidung und die räumliche Trennung von seinen zwei Kindern weg und trainiert ungemein hart, um seinen Traum vom Gewinn eines großen Turniers in den USA zu verwirklichen. Beim Honda Classics in Palm Beach stand er kurz davor, spielte aber zuletzt zu aggressiv. „Die US-PGA-Tour ist die stärkste der Welt“, sagt er, und da wolle er einfach dabei sein, da treibt ihn ein fast manischer Ehrgeiz.
Und eine gehörige Portion Fernweh. „Was gibt es Schöneres, als die Welt zu sehen“, verkündet er lapidar. Ob in Australien, China, Thailand oder Las Vegas – Cejka kennt die großen Plätze dieser Welt. Und auch manchen kleinen, aber reizvollen. Für das Weekend Journal hat er sich auf eine Weltreise zu den besten Greens begeben.
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