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03.05.2007 
Großbaustellen

Privatbahnen fürchten Bau-Chaos auf Schienen

von E. Krummheuer

Zwischen den privaten Güterbahnen und der zum Deutsche-Bahn-Konzern gehörenden DB Netz baut sich neuer Konfliktstoff auf. Im Vorfeld der geplanten umfassenden Erneuerung des Schienennetzes befürchten die Privaten erhebliche Belastungen durch Umwege und Verspätungen.

Neue Gleismmodule werden bereitgestellt: Als Folge von vielen Großbaustellen am Schienennetz werden erhebliche Verspätungen befürchtet. Foto: ZB Funkregio OstLupe

Neue Gleismmodule werden bereitgestellt: Als Folge von vielen Großbaustellen am Schienennetz werden erhebliche Verspätungen befürchtet. Foto: ZB Funkregio Ost

DÜSSELDORF. Sie rechnen damit, dass sie wegen Streckensperrungen kostspielige und Zeit raubende Umwege fahren müssen. Kritisiert wird die Informationspolitik der DB Netz: Sie sei nicht detailliert genug. DB Netz hatte vor einigen Wochen angekündigt, in einem auf drei Jahre angelegten Kraftakt das 34 000 Kilometer lange Schienennetz der Bahn von Grund auf zu erneuern. Allein in diesem Jahr seien 130 Großbaumaßnahmen in 28 bundesweiten „Baustellenkorridoren“ vorgesehen.

„Wir begrüßen sehr, dass die Netz AG endlich daran gehen will, die zahlreichen Mängel in der Schieneninfrastruktur zu beseitigen. Doch wir vermissen ein proaktives Management, das auch unsere Belange im Blick hat“, sagt Karl Michael Mohnsen, Vorstandschef der TX Logistik in Bad Honnef. Man fühle sich zu spät und nur unzureichend informiert.

Die Gesellschaft, an der die italienische Staatsbahn Trenitalia 51 Prozent hält, betreibt auf einem europäischen Liniennetz wöchentlich rund 350 internationale Güterzüge, die nach festen Fahrplänen verkehren. Das Unternehmen befürchtet durch gehäufte Baustellen erhebliche Störungen des Transportbetriebs auf der Schiene – mit der Folge, dass Just-in-time-Qualitätsversprechen bei den Kunden nicht eingehalten werden könnten. Das könne dazu führen, dass mühsam von der Straße geholte Transporte wieder zurück zum LKW gingen.

Ein Sprecher der DB Netz AG wies die Kritik zurück: „Wir haben in jüngster Zeit erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Qualität der Informationsbereitstellung zu verbessern“, sagte er dem Handelsblatt. Die Bahnunternehmen würden erstmalig bereits etwa 23 Wochen vor Baubeginn über die Auswirkungen der Baumaßnahmen, insbesondere Umleitungen und Verspätungen, informiert und dann ständig auf dem Laufenden gehalten. Für 2008 würden ohnehin sämtliche Großbaustellen in den Fahrplan eingeplant. In den Betriebszentralen würde zusätzliches Personal eingesetzt, um ein effektives Störfallmanagement zu gewährleisten.

Demgegenüber vermisst TX-Chef Mohnsen beispielsweise für seine Container- und Huckepack-Züge auf den großen Nord-Süd-Rollbahnen von den Nordseehäfen über die Alpen nach Italien qualifizierte Aussagen zu Verzögerungen im Betriebsablauf: „Das hat uns bislang niemand sagen können.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Es wird mehr Umwege geben, das führt zu höheren Kosten und Zeitverzug."

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