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03.12.2008 
Wintereinbruch in Deutschland

Schneefälle bringen Berufsverkehr ins Rutschen

Pünktlich zum morgendlichen Berufsverkehr haben am Mittwoch heftige Schneefälle die Straßen in weiten Teilen Deutschlands in Rutschbahnen verwandelt. Es kam zu zahlreichen Unfällen, bei denen ein Jugendlicher getötet und mehrere Menschen verletzt wurden. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Besonders betroffen waren der Berufsverkehr in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Straßen in den Mittelgebirgen Thüringens, Hessens und in Rheinland-Pfalz.

Lupe

HB HAMBURG. Ein spektakulärer Unfall ereignete sich auf der A20 bei Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Lastwagen stürzte von einer Autobahnbrücke zehn Meter in die Tiefe auf eine IC-Bahnstrecke. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war ein Kleintransporter auf der vermutlich eisglatten Überholspur ins Schleudern gekommen und gegen den Lastwagen geprallt, der daraufhin das Brückengeländer durchbrach. Wie durch ein Wunder sei der 41 Jahre alte Lastwagenfahrer aus Bulgarien bei dem Sturz nur leicht verletzt worden. Die Aufräumarbeiten sollten bis zum Abend andauern.

In der Nähe von Aurich in Ostfriesland kam ein 17-Jähriger auf dem Weg zur Schule ums Leben. Ein Traktorfahrer hatte den Radfahrer bei Schneetreiben und Dunkelheit übersehen, als er in eine Hofeinfahrt abbiegen wollte, wie die Polizei mitteilte. In Ahrensburg bei Hamburg schleuderte ein 22-Jähriger mit seinem Auto in einen Streifenwagen, der gerade wegen der Aufnahme eines anderen Unfalls am Straßenrand stand. Der 29 Jahre alte Beifahrer des jungen Mannes verletzte sich schwer.

Auf der Autobahn drei (Köln-Frankfurt) kam der Verkehr nahezu zum Erliegen. Es gab einen zeitweise bis zu 40 Kilometer langen Stau, wie die Autobahnpolizei in Wiesbaden mitteilte. Bei Kradenbach in der Eifel (Rheinland-Pfalz) rutschte ein Schulbus mit 44 Kindern in den Graben. Erst nach einer halben Stunde konnte die zunächst blockierte Tür geöffnet werden. Die Schüler - alle unverletzt - wurden mit einem Ersatzbus nach Hause gebracht und bekamen schulfrei. Weniger Unterrichtsausfall mussten 25 Kinder in einem liegen gebliebenen Schulbus auf dem Weg nach Siegen (Nordrhein-Westfalen) hinnehmen. Ein Ersatzbus brachte sie zur Schule.

In den Wintersportgebieten sorgte der Neuschnee für viel Freude. Im Sauerland waren die Lifte in Betrieb, auf den Hängen im Erzgebirge und im Vogtland tummelten sich Wintersportler im Sonnenschein. Im Harz hofften die Tourismus-Orte noch auf weiteren Schnee. Nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia bleibt es in den nächsten Tagen in den Niederungen ungemütlich, die Schneefallgrenze steigt allmählich auf 500 bis 700 Meter.

Unterdessen normalisierte sich die Lage in Österreich nach dem Schneechaos vom Montag weitgehend. Vor allem in Oberkärnten und Osttirol waren am Montag bis zu 120 Zentimeter Neuschnee gefallen. Nach Rundfunkberichten verringerte der staatliche Warndienst die Lawinenwarnstufe. Auch die Stromversorgung einiger besonders betroffener Dörfer wurde inzwischen wieder hergestellt.

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