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06.07.2008 

Knackpunkt Land-Exkursionen: Auf unserem Kurszettel stehen die Perlen im Tyrrhenischen Meer – Sorrent, die Amalfi-Küste, die Inseln Ponza, Capri, Lipari und Stromboli. Jede Destination für sich ein Ferienaufenthalt wert, wir haben nur je einen Tag für diese Highlights. Halten die Kinder beim Besichtigungs-Marathon durch? Meist ankert die „Royal Clipper“ in einer Bucht. Die Tenderboote fahren im 30-Minuten-Takt zwischen Schiff und Hafen. Das ist die Rettung: Haben die Kinder genug gesehen, fahren sie oft alleine zum Schiff zurück – und die Eltern bummeln weiter durch die Hafenstadt.

Insgesamt funktioniert's: So lassen wir in Sorrent die großen Kinder mit der Hoffnung auf Badewetter auf dem Schiff und zeigen den Kleinen Pompeji. Capri laufen wir zum Sonnenuntergang an, mit der Zahnradbahn geht's nach oben in die legendäre „Bar Tiberio“. Doch an diesem Abend versinkt die Sonne nicht rot im Meer. Windstärke 8 wird für die Nacht erwartet. Die „Royal Clipper“ schaukelt unruhig im Hafen.

Zwei Stunden nach Auslaufen gibt's beim Dinner erste Turbulenzen. Der Kapitän ändert den Kurs, damit das Essen noch serviert werden kann. Das Schiff kämpft sich durch die pechschwarze Nacht. Mehrere Kilo Südfrüchte purzeln in der Lounge aus den Etageren. Die Kinder bekommen zum Dessert einen Kaugummi gegen Seekrankheit. Wir legen sie mit Wolldecken und Spucktüten auf die Sofas in der Bibliothek. Hier in der Mitte des Schiffes sollte es am wenigsten schaukeln. Irrtum! Die Bücher kommen aus den Regalen, draußen an der Bar donnern die Gläser über den Tresen. Das erste Kind verlangt nach der Schwimmweste. Wir winken ab. Hilfe kommt vom Steuermann. Im Ölzeug baut er sich gegen Mitternacht vor den Kindern auf und verspricht Sicherheit: „This is a sailing ship, it's normal.“ Die Kleinsten lassen sich erschöpft in den Schlaf schaukeln.

Den letzten Tag verbringen wir unter vollen Segeln, genießen noch mal das komplette Bordprogramm von der Morgengymnastik bis zum Tanz am Abend. Zum Gute-Nacht-Drink erreichen wir Stromboli und erleben, wie der Vulkan im 15-Minuten-Takt seine Vorstellung gibt. Obwohl es ein Familientörn ist – jetzt lassen wir die Kinder schlafen. Sie und das Schiff haben den Test grandios bestanden.

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