Meist führen mangelnde Kontrolle, die Missachtung von Regeln, schlechte Wartung und überaltertes Material zum Absturz. Die Europäische Union hat daher vor zwei Jahren 85 afrikanische Fluglinien auf eine schwarze Liste gesetzt. Sie dürfen wegen schlechter Sicherheitsstandards keine europäischen Flughäfen mehr ansteuern.
Ein weiterer Grund für die Probleme in Afrika liegt darin, dass sich trotz der angeblichen Bereitschaft vieler Staaten zur Liberalisierung des Luftverkehrs noch immer fast alle Airlines in staatlichen Händen befinden. Aus falschem Nationalstolz halten viele afrikanische Länder schlecht geführte Airlines mit altersschwachen und unzureichend gewarteten Flugzeugen am Leben.
International konkurrenzfähig sind nur ganz wenige von ihnen: Neben der South African Airways (SAA), die inzwischen sogar zur Star Alliance zählt, sind dies die eng mit der KLM kooperierende Kenya Airways sowie die Ethiopian Airlines. „Während viele afrikanische Gesellschaften mit horrenden Schulden und ohne klare Strategie ums Überleben kämpfen, hat sich Ethiopian Airlines einen Ruf für Sicherheit, Verlässlichkeit und eine moderne Flotte erworben“, sagt Nick Fadugba, Herausgeber des Branchen-Fachblatts für afrikanische Luftfahrt.
Berüchtigt für seinen schlechten Sicherheitsstandard ist hingegen vor allem Nigeria, das mit 140 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Nach einer Absturzserie im Jahr 2005 gab es dort auch zuletzt wieder zwei schwere Unfälle. „In Nigeria ist aber zumindest der politische Wille vorhanden, etwas zu verbessern“, sagt Iata-Experte Mike O´Brien.
Anlass zur Sorge geben vor allem die vielen kleineren Länder, die, wie etwa Swasiland, Sierra Leone oder der Kongo, die Sicherheitsbilanz besonders stark trüben. In diesen Ländern registrieren dubiose Betreiber aus aller Welt altersschwache Flieger vor allem für den Frachtverkehr, da es kaum eine Überwachung durch die Behörden gibt. Für Touristen und Geschäftsreisende aus Europa spielen solche Carrier aber kaum eine Rolle, da sie keine Passagierdienste offerieren.


