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11.01.2007 
Niels Stolberg im Portrait

Vielseitig verspielt

Für Schwergutreeder Niels Stolberg ist die Globalisierung unverzichtbar und hat doch ihre Grenzen. Er liebt die kleine Nordsee-Insel Spiekeroog und bringt dort einige Projekte in Bewegung – als Kontrastprogramm zum hektischen Konzerngeschäft.

Kann auch am Wochenende seine Frachter beobachten: Niels Stolberg.Lupe

Kann auch am Wochenende seine Frachter beobachten: Niels Stolberg.

Was Niels Stolberg im Innersten zusammenhält, das hat auch mit den Resten eines Schiffswracks zu tun, die sieben Kilometer östlich der Nordseeinsel Spiekeroog mal auf- und mal abtauchen, je nach Gezeiten. Der englische Dampfer „Verona“ lief hier am 13. Dezember 1883 ziemlich unspektakulär auf, und von ihm sind bis heute immer mal wieder ein paar Stahlplatten zu sehen. Der Anblick beflügelte die Phantasie von Niels Stolberg, und er inspirierte den befreundeten Bremer Fernsehautor Dirk Böning bei dem einen oder anderen Rotwein zu einer abenteuerlichen Geschichte.

Die Story kam so gut an, dass hier, auf Spiekeroog, im nächsten Frühjahr vielleicht ein kleiner Abenteuerfilm für Kinder gedreht wird, in dem es zwischen Bremen und Spiekeroog um verborgene Schätze und überführte Bankräuber geht.

Der Reeder als Geschichtenerzähler. Die Revolverpistole hat insofern mit dem Innersten von Niels Stolberg zu tun, weil sie auf einen verspielten, kreativen und phantasievollen Grundzug hinweist, der auf den ersten Blick so gar nicht in eine Welt passen will, in der es darum geht, dass Kontrakte abgeschlossen und Zahlen erwirtschaftet werden, die sich drehen.

Auf den zweiten Blick passt das Versponnene sehr wohl in das Persönlichkeitsbild des hanseatischen Schiffskaufmanns. Der fühlt sich geradezu vor sich selbst verpflichtet, immer mal wieder, wie er sagt, „verrückte Ideen auszuprobieren“, um sich über allerlei „Kontrastprogramme“ fit für den hauptberuflichen Alltag zu machen. Einige dieser stolbergschen „Kontraste“ haben mit Spiekeroog zu tun, dieser eher unbekannten Nordseeinsel. Andere mit ungewöhnlichen sozialen Engagements des Bremer Reedereibesitzers, die mit den Inselzeitläufen verwoben sind.

Das alles wiederum dient auf die eine oder andere komplizierte Weise seiner Absicht, in den nächsten zehn, zwanzig Jahren bestmögliche Vorsorge für seinen Konzern zu treffen und um seine kreative Umtriebigkeit zu bedienen, die ihn mit Stetigkeit und Unruhe zugleich in Trab und bei jungenhaft guter Laune hält. Es habe ihn schon immer gereizt, sagt er, andere Wege zu gehen und im Kontrast zum Hergebrachten nach Visionen Ausschau zu halten, die es wert seien, zu Ende gedacht zu werden, „auch wenn es sich zunächst komisch anhört, ungewöhnlich“.

Der gewöhnliche Berufsalltag besteht darin, eine der weltweit größten Schwergutreedereien, die Beluga Shipping, Umsatz 105 Millionen Euro, Gewinn 15 Millionen, zu besitzen und unternehmerisch zu führen. Seine rund 50 Schwergutfrachter transportieren rund um den Globus alles, was für Container zu sperrig ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Schickimicki finde ich zum Kotzen.“

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