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11.01.2007 

Zu einer Skepsis ihm gegenüber könnte man vordergründig gelangen, weil er unterdessen zum zweitgrößten Hotelier der Insel emporgestiegen ist, wenn man die Zahl von 48 Apartments und Hotelzimmern in Zusammenhang mit „Größe“ nennen will. Eher zufällig hat sich das mit seinem Hotel „Spiekerooger Leidenschaft“ so ergeben, ähnlich wie der Ausbau des Gebäudeensembles „Inselzauber“.

In der ehemaligen Telegrafenstation von 1834 sind jetzt ein Restaurant untergebracht und eine Buchhandlung, in der 9 000 Medien verkauft werden – unter anderem Bücher aus der Edition Walfisch, die Niels Stolberg gegründet hat, um Werke über Spiekeroog in den Buchhandel zu bringen, über Monsterwellen und Kinderbücher – demnächst vielleicht eines aus seiner eigenen Produktion mit einem winzigen Mädchen namens Lisa in der Hauptrolle, das sich in Brötchen verstecken und von dort aus mit Feuerwehrmännern schimpfen kann, die sich nicht die Zähne geputzt haben. So was erzählt Niels Stolberg seinen Töchtern, wenn er abends aus der Reederei kommt. Apropos Monsterwellen. Er habe vor, hielt man ihm und seinem Treiben auf der Insel entgegen, hier ein zweites Sylt zu etablieren, sozusagen für die Schönen und Reichen aus der zweiten Reihe. Angestammte Inselbewohner haben ihn im Verdacht, mal einen Flugplatz bauen zu wollen, mal einen Fährhafen, mal eine Hotelanlage.

Niels Stolberg weist derlei Verdächtigungen von sich, betont immer wieder, dass er die Insel wegen des Baumbestandes so schätze, wegen der alten Häuser und weil sie nun mal die schönste aller sieben Nordseeinseln sei und der Oststrand von Spiekeroog sowieso der schönste Platz von allen.

Vier, fünf Kilometer Strand öffnen sich bei Niedrigwasser östlich der Hermann-Lietz-Schule und jenseits der Salzwiesen, „ein traumhafter Ort“, sagt er. Spiekeroogs „eigene Kultur“ sei etwas Gewachsenes, das um keinen Preis gestört werden dürfe, allenfalls vorsichtig flankiert von neuen Ideen. Die ziemlich hässliche Strandhalle würde er allerdings gerne abreißen und durch hübsche Alternativen, etwa im Stil der Bäderarchitektur, ersetzen. Das könnte zu einer milde angepassten Vorstellung von einem neuen Spiekeroog passen, von Zurückhaltung und Geschmack, von Sensibilität und Naturnähe, Entspannung und Spannung.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Nach einer Stunde Business beginnt auf Spiekeroog das Kontrastprogramm mit der Familie.

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