„Ist doch wirklich richtig schön hier, traumhaft“, schwärmt er manchmal und erheischt die Bestätigung für eine Selbstverständlichkeit, die keine Bestätigung braucht. Wie zum Beweis spannt sich das perfekte Halbrund eines Regenbogens über den Norden der Insel in gravitätischer Pracht, die kitschig wäre, wenn nicht die Natur dieses Schauspiel böte.
Dazu säbelt Stolberg mit dem rechten Arm den Horizont hinter dem Strand ab, den die Ebbe bloßgelegt hat. „Hinter der Erdkrümmung liegt Helgoland und dahinter ist Norwegen, so erklär’ ich das meinen drei Töchtern.“
Die Mädchen haben quasi ihre Kindheit hier verbracht; die Familie Stolberg, die in Bad Zwischenahn bei Oldenburg lebt, ist jedes Wochenende auf der Insel, auch Familienvater Niels Stolberg.
Zum Ritual der Ankunft gehört eine Stunde, die er dem Konzerngeschäft widmet. Anrufe. E-Mails. Das notorische Brimborium. Dann ist die Familie Trumpf, und dann kommen die Kontrastprogramme, die ihn mit der Insel verbinden. Erstens: Familie. Zweitens: Entspannung und Suche nach neuen Ideen, auch für soziale Engagements, die beim Spaziergang durch die Dünen aufsteigen.
Hier mögen auch die Konturen eines Projekts geschärft worden sein, zu dem ihm Christina Rau in ihrer Eigenschaft als Tsunami-Beauftragte der Bundesregierung ermuntert hatte. Finanziell und inhaltlich begleitet er seither die „Beluga School for Life“ in Na Nai in der Nähe des südthailändischen Khao Lak.
Die Schule bietet Platz und ein neues Zuhause für 240 Tsunami-Waisen und Halbwaisen sowie für in Not geratene Erwachsene und setzt ein ungewöhnliches pädagogisches Konzept um, das Kinder mit der Welt des „Entrepreneurships“ vertraut macht.
Lesen Sie weiter auf Seite 5: Im Sommer will Stolberg das Künstlerhaus Spiekeroog eröffnen.


