Solch eine edle Herberge würde der Sparte mit bisher zwei eigenen und fünf gemanagten Hotels Glanz verleihen. Sonst aber ist Nina Öger eher vorsichtig. Rund 700 Millionen Euro setzt die Gruppe mit ihren 4 000 Mitarbeitern um – doch die Milliarde wird erst gar nicht als Ziel genannt: „Ich bin zufrieden, wenn wir in einer für die Touristik so unruhigen Zeit das Geschäft stabil halten“, sagt die Unternehmerin. Und an einen eventuellen Börsengang will sie erst gar nicht denken.
Selbst wenn der Vater dazu Ja sagen würde. Ein Gespräch darüber hat es freilich noch nicht gegeben. Der Firmengründer ist ohnehin viel beschäftigt mit der Politik. Im Europaparlament streitet er als deutscher Sozialdemokrat für die Aufnahme der Türkei in die EU. „Wir brauchen die Türkei – und die Türkei braucht uns.“ Es ist ein Land, in dem manche Eltern ihre Töchter nicht in die Schule schicken. Pro Buchung spendet Öger Tours 50 Cent für das Unicef-Projekt „Schule für Mädchen – Schule für alle“. Es ist aber auch ein Land, in dem die Wirtschaft zu boomen beginnt, wofür Ökonomen schon die Bezeichnung „Anatolian Tigers“ geprägt haben. „Ich freue mich ganz stark, dass sich dort so viel tut , weil es die Türkei stabilisieren hilft“, sagt Nina Öger.
Wer fragt, was sie denn nun wirklich sei – Deutsch-Türkin oder türkische Deutsche –, erhält die Antwort: „Mein Herz gehört beiden Ländern. Ist das denn so schwer zu begreifen?“ Da gerät die sonst so liebenswürdige Frau in Rage. Richtig „fünsch“ werden, wie es in einer fremden Sprache heißt. Nein – nicht Türkisch, sondern Niederdeutsch.


