Ausgeträumt: Jens Lehmann berührt den Pokal, den wenig später die Spanier in den Händen haben. Foto: Reuters
Joachim Löw sprach in den bitteren Minuten nach dem verlorenen Finale mit Lehmann nicht über dessen Zukunft. "Ich habe ihm gratuliert. Er ist auch ein Leader in unserem Team", berichtete der Bundestrainer vom Gespräch am Torpfosten. Löw hatte monatelang an seiner Nummer 1 festgehalten, obwohl Lehmann beim FC Arsenal seinen Stammplatz und damit auch die nicht zu ersetzende Spielpraxis verlor.
Der Routinier wackelte zwar auch in der Nationalelf einige Male, fand aber im Verlauf des EM-Turniers doch noch zurück zur Sicherheit. Auch wenn die genialen Momente fehlten. "Er ist sehr professionell. Ich habe ihm gedankt für das, was er geleistet hat", erklärte Löw.
Die Zukunft hat Lehmann in den 42 Tagen vor und während der EM zum Teil schon direkt neben sich gespürt. Der 15 Jahre jüngere Rene Adler (23) von Bayer Leverkusen, dritter Torwart beim Turnier, der Schalker Manuel Neuer (22) und der Münchner Michael Rensing (24) werden als Kronprinzen gehandelt. Die erste Option auf eine Lehmann-Nachfolge ist die EM-Nummer 2, Robert Enke. Doch noch haben weder der Routinier selbst, noch Löw die Position überhaupt freigegeben.

