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30.06.2008 

Die Enttäuschung ist Michael Ballack anzusehen, als er sich nach dem EM-Finale von den Fans verabschiedet. Foto: Reuters Lupe

Die Enttäuschung ist Michael Ballack anzusehen, als er sich nach dem EM-Finale von den Fans verabschiedet. Foto: Reuters

Bis es nicht mehr zu verbergen war, hatte der DFB geheim gehalten, dass der wichtigste Spieler des Kaders angeschlagen ist. Als Löw die Gerüchte bestätigte, erklärte er, die Wade werde rund um die Uhr behandeln. Das sei man Ballack schuldig. Schließlich hat kein anderer Spieler aus dem deutschen Kader mit solcher Vehemenz angezeigt, dass er unbedingt ins Finale dieser EM will. Und dass er es gewinnen will. Schluss mit all den zweiten Plätzen!

Darin liegt die eigentliche Tragik dieses Finals. Nicht, dass die DFB-Elf weiter auf den vierten EM-Titel, sondern dass Ballack weiter warten muss, um etwas Bedeutsames zu gewinnen. Denn vor diesem Finale konnte der talentierteste deutsche Spieler des neuen Jahrtausends zwei Meisterschaften und zwei DFB-Pokale mit den Bayern, aber keinen internationalen Titel vorweisen.

Dafür jedoch sieben verlorene Finals bzw. entscheidende Spiele. Vielleicht hätte Ballack im Laufe seiner Karriere einfach die unglückselige Rückennummer „13“ wechseln sollen. Er trägt sie seit Karrierebeginn und sie hat ihm eingetragen, wofür sie im Volksmund steht: Unglück. Vor dem EM-Finale ging die letzte Partie im Mai mit dem FC Chelsea verloren: Die Londoner unterlagen Manchester United im Finale der Champions League nach Elfmeterschießen mit 5:6. Zuvor hatten sie bereits im Meisterschaftsendspurt ManU den Vortritt lassen müssen. Der erste Unglückstag fand Frühsommer 2000 statt, in Unterhaching. Mit einem Eigentor durch Ballack verlor Bayer Leverkusen die Meisterschaft. Dazwischen lagen drei verlorene Titel – allein 2002 mit Bayer die Meisterschaft, das Champions-League-Finale gegen Real Madrid und der DFB Pokal.

Aufgebraucht war das Unglück damit freilich noch nicht. Wenige Wochen später war Ballack zwar maßgeblich am Finaleinzug beteiligt, musste dann aber im Endspiel gegen Brasilien wegen einer Gelbsperre zusehen. Hinzu kommen das verlorene Halbfinale bei der WM 2006, das im Confed-Cup ein Jahr zuvor und der verletzungsbedingte Ausfall im FA-Cup-Finale 2007, das der FC Chelsea gegen ManU gewann. Seit Sonntagabend gehört auch das EM-Finale 2008 dazu.

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