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25.06.2008 

Türkische Fans trauern auf der Fanmeile in Berlin nach dem verloren Spiel der Türken gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Foto: dpaLupe

Türkische Fans trauern auf der Fanmeile in Berlin nach dem verloren Spiel der Türken gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Foto: dpa

Auch in anderen Städten hatten sich Zehntausende versammelt, um gemeinsam bei dem k.o.-Spiel im Baseler St. Jakob-Park-Stadion mitzufiebern. Das Münchner Olympiastadion war mit mehr als 30 000 Fans bereits lange vor Spielbeginn brechend voll. In Nürnberg kamen rund 25 000 Menschen zusammen, die Hälfte davon Türken. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammelten sich rund 40 000 Menschen. Auf dem Frankfurter Rossmarkt und der nahe gelegenen Konstablerwache wurden rund 10 000 Menschen geschätzt. Rund 42 000 deutsche und türkische Fans verfolgten bei der größten Feier im Norden in Hamburg das Spiel.

Ob "Deutschland, Deutschland!" oder "En büyük Türkiye, baska büyük yok!" ("Die Türkei ist das Größte, es gibt nichts größeres") - ein Sprachgemisch tönte überall dort, wo sich Fans beider Länder für das Spiel warmsangen.

Auf den Feststrecken blieb es zunächst weitgehend friedlich. Die Polizei war in den meisten Teilen der Bundesrepublik aber verstärkt im Einsatz. Es bestehe kein Anlass zur Sorge, sagte etwa Christoph Gilles von der Polizei Köln. Die Erfahrungen bei der WM 2006 in Deutschland seien eine gute Grundlage. In Berlin waren 1700 Beamte im Einsatz.

Zu Zwischenfällen kam es lediglich in Dresden und Chemnitz. In Dresden griff eine Gruppe Jugendlicher nach dem Spiel drei Döner-Buden an und verletzte zwei türkische Betreiber. Die 20 bis 30 Randalierer hätten außerdem türkische Fahnen angezündet. Mehrere Schaulustige und Mitläufer verfolgten die Randale. Auch in Chemnitz war die Stimmung laut Polizei sehr aufgeheizt. Als die Einsatzkräfte weitere Ausschreitungen verhindern wollten, seien die Randalierer plötzlich auf die Beamten losgegangen. Dabei wurden sechs Polizisten verletzt und mehrere Polizeiautos beschädigt.

Kleinere Vorkommnisse wurden aus Hamburg und Hannover gemeldet. Auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli wurden während des Spiels rund 15 Personen verletzt, als eine Frau Reizgas versprühte, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt wurden 20 Personen festgenommen. Trotzdem blieb es auch in Hamburg weitgehend friedlich. In Hannover nahm die Polizei 20 Rechtsradikale in Gewahrsam, die beim Fan-Fest wiederholt rassistische Parolen skandierten.

In Basel feierten rund 100 000 Fans im St.-Jakob- Park-Stadion und in den Fanzonen der Innenstadt das EM-Halbfinale. Tausende hatten ausgelassen schon viele Stunden vor dem Anstoß gemeinsam gefeiert. Deutsche Schlachtenbummler und türkische "taraftarlar" nahmen sich gegenseitig auf die "Schippe", es gab neckische Sprechchöre wie "Ihr kriegt keinen Döner mehr". Zwischenfälle gab es bis Spielende kaum, wie die Behörden am Abend mitteilten. Das Stadion und die Fan-Zonen waren rappelvoll. Die Stimmung sei ruhiger als bei früheren Spielen gewesen, was auf die Hitze und die an einem Arbeitstag eher späte Anreise der Fans zurückgehen könne, hieß es weiter.

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