Die Fußball-Volksfeststimmung war am Sonntag bei sommerlichen Temperaturen bereits Stunden vor dem Spiel und damit unerwartet früh ausgebrochen. Wegen des enormen Ansturms der Berliner schlossen die Sicherheitsbehörden die bundesweit größte Fan-Meile in der Hauptstadt - über drei Stunden vor Anpfiff um 20.45 Uhr. Mehr als 500 000 Menschen stimmten sich dort vor vier Riesenleinwänden singend und tanzend auf das Finale ein - und waren zu Beginn des Spiel kaum noch zu halten.
„Alles dicht“ hieß es auch in Hamburg und Hannover sowie im Ruhrgebiet. Hamburg schloss die Eingänge. Mit 42 000 Menschen war das Gelände auf dem Heiligengeistfeld „rappelvoll“. In Stuttgart feierten ebenfalls über 40 000 Fans, in Frankfurt am Main 50 000, in München gar 80 000.
Für Tausende deutsche Touristen hatten die Feierlichkeiten bereits tagsüber bei bis zu 32 Grad an der Playa de Palma auf Mallorca begonnen. Am Abend zogen sie in die Bars und Kneipen mit Großbildleinwänden. Auch in Wien hatten sich Tausende Fans aus Deutschland und Spanien bereits am Sonntagmorgen in der Innenstadt versammelt. Zum Spielbeginn waren schätzungsweise 40 000 deutsche Fans und etwa 15 000 aus Spanien in der Stadt. Auch hier blieben Zwischenfälle bis zum späten Sonntagabend aus.
Die Sicherheitskräfte hatten den EM-Partys im allgemeinen mit Ruhe und Zuversicht entgegen gesehen. Dennoch wurden in einigen Städten mehr Polizisten zur Sicherheitskontrolle eingesetzt als bei den EM- Spielen der deutschen Mannschaft in den vergangenen Wochen. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin stellten sich die Fans auf der größten Feier-Meile - nach der Final-Pleite - bereits auf die nächste Party ein. An diesem Montag will die Nationalmannschaft gemeinsam mit den Berliner Fans feiern - trotz der Niederlage. Diesmal ist man immerhin „Zweiter“ geworden, Vize eben, nachdem es vor zwei Jahren bei der Heim-WM „nur“ zum dritten Platz gereicht hatte.

